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Walter
Scholger126
dieser Idee. Darüber hinaus muss diese Schöpfung verbreitet worden sein,
damit das UrhG geltend gemacht werden kann.
Das österreichische Urheberrecht definiert vier Werkskategorien, in die
jede eigentümliche geistige Schöpfung einzuordnen ist:
• Werke der Literatur (UrhG § 2) umfassen Sprachwerke aller Art, aber auch
Computerprogramme (in sich stimmig, da es sich bei einem Computer-
programm um ein in einer Programmiersprache geschriebenes Werk
handelt). Ebenso werden pantomimische oder choreografische Bühnen-
stücke – hier wird davon ausgegangen, dass der Bewegungsablauf in
den Stücken zuvor schriftlich festgehalten wurde – sowie Diagramme
und Graphen als »Werke wissenschaftlicher oder belehrender Art, die in
bildlichen Darstellungen in der Fläche oder im Raume bestehen«9 dieser
Werkskategorie zugeordnet.
• Der Begriff der Tonkunst wird im österreichischen Urheberrechtsgesetz
nicht näher definiert, gemeint sind im Wesentlichen Musikstücke.
• Werke der bildenden Künste (UrhG § 3) hingegen umfassen Lichtbildwerke,
also Werke, die durch ein fotografisches oder Fotografie-ähnliches Ver-
fahren hergestellt wurden, aber auch Skulpturen, architektonische Wer-
ke (»Baukunst«) und Werke des Kunstgewerbes (»angewandte Kunst«).10
• Die Filmkunst umfasst alle »Laufbildwerke«,11 ungeachtet ihres Herstel-
lungsverfahrens.
Im Kontext der wissenschaftlichen Publikation muss hier auch der Begriff
des Sammelwerkes erwähnt werden, da sich in der Publikationspraxis der
Sammelband bzw. die Zeitschrift als prominenteste wissenschaftliche Pu-
blikationsform etabliert hat. Sammlungen einzelner Beiträge, deren Zusam-
menstellung, zum Beispiel durch die Verwendung bestimmter thematischer
oder stilistischer Auswahlkriterien, eine eigentümliche geistige Schöpfung
darstellt, werden als Sammelwerke urheberrechtlich geschützt. Das Urhe-
berrecht der ursprünglichen Autorinnen und Autoren an den in die Samm-
lung aufgenommenen Beiträgen bleibt davon aber unberührt.12
9 UrhG, § 2.
10 UrhG, § 3.
11 UrhG, § 4.
12 UrhG, § 6.
Publikationsberatung an Universitäten
Ein Praxisleitfaden zum Aufbau publikationsunterstützender Services
- Titel
- Publikationsberatung an Universitäten
- Untertitel
- Ein Praxisleitfaden zum Aufbau publikationsunterstützender Services
- Autoren
- Karin Lackner
- Lisa Schilhan
- Christian Kaier
- Verlag
- transcript Verlag
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-8394-5072-7
- Abmessungen
- 14.8 x 22.5 cm
- Seiten
- 398
- Schlagwörter
- Wissenschaftliches Publizieren, Publikationsberatung, Bibliothek, Informationswissenschaft, Bibliothekswissenschaft, Universität, Verwaltung, Wissenschaft, Bildung
- Kategorie
- Medien