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Wissenschaftliche Integrität im Publikationsprozess 159
treuer auch Vorbilder, sogenannte »role models«, sind. Sie sollten als primäre
Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner dienen – idealerweise in einer
offenen Kultur, in der auch Fehler oder Unsicherheiten angesprochen wer-
den können. Dazu kommt, dass Forschende sich während ihrer gesamten
Laufbahn auch in Fragen der wissenschaftlichen Integrität weiterbilden
sollten. Institutionen sollten hier entsprechende Vorträge oder Seminare
anbieten. Wichtig ist auch die Frage, wie Institutionen eine offene Kultur
und wissenschaftliche Integrität fördern können, zum Beispiel indem der
(Publikations-)Druck reduziert wird und auch andere Bewertungskriterien
herangezogen werden.
4 Das Übel bekämpfen: Bewertung von Wissenschaft neu denken
Aufgrund all der unerwünschten Nebenerscheinungen des Publikations-
drucks auf Forschende beschäftigen sich immer mehr Institutionen und Ex-
pertinnen und Experten mit Alternativen zur rein quantitativen Auswertung
von Publikationen. Der Impact Factor wird aber dennoch häufig als Hauptkri-
terium bei Berufungsverfahren oder Forschungsförderung verwendet.15
Die San Francisco Declaration on Research Assessment (DORA)16 wurde
schon 2012 von einer Gruppe von Editoren sowie Vertreterinnen und Ver-
tretern von Verlagen verfasst und von der American Society for Cell Biology
in San Francisco verabschiedet. Über 1.500 Organisationen und mehr als
15.000 Individuen haben DORA unterzeichnet, darunter auch österreichi-
sche Universitäten, der Fonds zur Förderung der Wissenschaftlichen For-
schung (FWF) und die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW).
Das 2015 veröffentlichte Leiden Manifesto for Research Metrics17 beschreibt
zehn Prinzipien, wie Wissenschaft evaluiert werden kann. Darin wird die
»Obsession« [sic!] der Universitäten, in globalen Rankings (wie das Shanghai
Ranking und die Times Higher Education List) möglichst gut abzuschneiden,
kritisiert, da diese Listen nach Meinung der Autorinnen und Autoren auf un-
genauen Daten und willkürlichen Indikatoren basieren. Es ist ihrer Meinung
15 Vgl. Tagung des Wissenschaftsrates 2018 »Begutachtungen in der Diskussion« https://
www.wissenschaftsrat.ac.at/veranstaltungen/ver1
16 https://sfdora.org/
17 www.leidenmanifesto.org/
Publikationsberatung an Universitäten
Ein Praxisleitfaden zum Aufbau publikationsunterstützender Services
- Titel
- Publikationsberatung an Universitäten
- Untertitel
- Ein Praxisleitfaden zum Aufbau publikationsunterstützender Services
- Autoren
- Karin Lackner
- Lisa Schilhan
- Christian Kaier
- Verlag
- transcript Verlag
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-8394-5072-7
- Abmessungen
- 14.8 x 22.5 cm
- Seiten
- 398
- Schlagwörter
- Wissenschaftliches Publizieren, Publikationsberatung, Bibliothek, Informationswissenschaft, Bibliothekswissenschaft, Universität, Verwaltung, Wissenschaft, Bildung
- Kategorie
- Medien