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Ulrike
Kändler182
Funktionsweise der Unternehmung. Dass bestimmte Modelle im Einsatz
sind und je nach Ausgestaltung ein höheres Ertragspotenzial haben als an-
dere, ist dabei natürlich unbestritten (s. u.). Grundsätzlich lassen sich die
Open-Access-Geschäftsmodelle in drei Kategorien fassen, je nachdem, wel-
che Antwort sie auf die oben gestellte Frage »wer zahlt?« finden:
1. Betreiber bzw. Herausgeber. Für viele Open-Access-Publikationsangebo-
te
– darunter Repositorien, Zeitschriften, Universitätsverlage
– kommen
die betreibenden wissenschaftlichen Einrichtungen oder Fachgesellschaf-
ten selbst auf.
2. »Author Pays« oder auch APC-Modell. Das output-basierte Modell folgt
der Verursacherlogik und berechnet pro Publikation: Wer publizieren
möchte – ob Artikel, Monografie oder Sammelband –, muss dafür Pub-
likationsgebühren bezahlen, und zwar in Form von Article Processing
Charges (APCs) oder Book Processing Charges (BPCs).
3. Zahlung durch Dritte. Bei diesen Modellen wird die Veröffentlichung
nicht von einer autorenbezogenen Zahlung abhängig gemacht. Stattdes-
sen kommen andere Einrichtungen, Institutionen oder Personen für die
Finanzierung von Preprints, Zeitschriften oder Büchern auf.
Was auf den ersten Blick nach trockener Finanztechnik aussehen mag, birgt
bei genauerem Hinsehen zentrale strategische Fragen. Denn was für Unter-
nehmen sinnvoll sein kann, um ihr Geschäft an neue Bedingungen anzu-
passen, Finanzflüsse zu sichern, Einnahmen zu generieren oder den Absatz
zu steigern, muss nicht zwangsläufig deckungsgleich mit den Zielen der
Open-Access-Transformation sein. Vom Author-Pays-Modell erhofften sich
auch Open-Access-Aktivistinnen und -Aktivisten positive Effekte, obwohl es
zu keinem Zeitpunkt gänzlich unumstritten war. Heute, einige Jahre und
zahlreiche empirische Auswertungen später, bestehen daran massive Zwei-
fel. Steigende Ausgaben, Marktkonzentrationen und neue Lock-In-Effekte
werden konstatiert, während die eigentliche Umstellung eher zu stocken
scheint. Je weiter das Publikationswesen tatsächlich Richtung Open Access
rückt, desto lauter werden die Warnungen vor einer großflächigen Trans-
formation auf Basis von APCs.
Für Bibliotheken und Wissenschaftseinrichtungen gehört es daher zu
den größten Herausforderungen der Transformation, geeignete Finanzie-
rungsmodelle zu finden. Sie sollen eine umfassende und dauerhafte Umstel-
Publikationsberatung an Universitäten
Ein Praxisleitfaden zum Aufbau publikationsunterstützender Services
- Titel
- Publikationsberatung an Universitäten
- Untertitel
- Ein Praxisleitfaden zum Aufbau publikationsunterstützender Services
- Autoren
- Karin Lackner
- Lisa Schilhan
- Christian Kaier
- Verlag
- transcript Verlag
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-8394-5072-7
- Abmessungen
- 14.8 x 22.5 cm
- Seiten
- 398
- Schlagwörter
- Wissenschaftliches Publizieren, Publikationsberatung, Bibliothek, Informationswissenschaft, Bibliothekswissenschaft, Universität, Verwaltung, Wissenschaft, Bildung
- Kategorie
- Medien