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Open-Access-Finanzierung 191
Spitze des Eisbergs18
– und zur Erhöhung des Umsatzes. Der Markt reagierte
außerdem mit der Neugründung von Open-Access-Fach-, Mega- und Kaska-
denjournals,19 mit denen sich das Publikationsvolumen erhöhen ließ, ohne
das Geschäft mit den etablierten, subskriptionsbasierten Zeitschriften zu
beeinträchtigen. Die Gesamtkosten für das wissenschaftliche Publizieren
steigen damit stetig.
Hinzu kommen steigende APC-Preise, auf die die Einrichtungen kaum
Einfluss nehmen können und die mit der Leistung eines »Article Proces-
sings« kaum zu rechtfertigen sind. Hinter ihnen stehen die vom Wissen-
schaftssystem begünstigten Prestigeökonomien, die mit konfektionierten
Evaluierungsinstrumenten wie dem Journal Impact Factor oder bestimmten
Markenkernen verknüpft sind.20 Die anfängliche Hoffnung, dass mit indi-
viduellen APC-Rechnungen bei Autorinnen und Autoren Preissensitivität
entstehen und als Marktinstrument wirksam werden könnte, hat sich nicht
erfüllt. Die individuell-strategischen Wertmaßstäbe, die Wissenschaftle-
rinnen und Wissenschaftler an eine Publikation anlegen, haben wenig mit
der gesamtstrategischen Kosten-Leistungslogik der erwerbenden Einrich-
tungen zu tun. Entsprechend gering bleibt der Einfluss der Scientific Com-
munity auf den Publikationsmarkt und dessen Preisstrukturen.21
18 Zur Definition und Diskussion des sog. »Predatory Publishing« siehe Stefan Schmeja,
»Was ist Predatory Publishing?«, 26.07.2018, zuletzt geprüft am 28.01.2020, https://blogs.
tib.eu/wp/tib/2018/07/26/was-ist-predatory-publishing/; Stefan Schmeja, »Desaster für
die Wissenschaft? Kritische Punkte in der Berichterstattung zu ›Predatory Journals‹«,
14.08.2018, zuletzt geprüft am 28.01.2020, https://blogs.tib.eu/wp/tib/2018/08/14/desaster-
fuer-die-wissenschaft-kritische-punkte-in-der-berichterstattung-zu-predatory-journals/.
Zur sys temimmanenten Anfälligkeit auch jüngst und streitlustig Richard Poynder, »Open
Access: Could Defeat be Snatched From the Jaws of Victory?«, 18.11.2019, zuletzt geprüft am
28.01.2020, https://poynder.blogspot.com/2019/11/open-access-could-defeat-be-snatch
ed.
html
19 Zu Megajournals siehe Abschnitt 7.1 im Beitrag »Publizieren in wissenschaftlichen Zeit-
schriften«.
20 Vgl. Bianca Kramer und Jeroen Bosman, »Linking Impact Factor to ›Open Access‹ Char-
ges Creates More Inequality in Academic Publishing«, 16.05.2018, zuletzt geprüft am
28.01.2020, https://www.timeshighereducation.com/blog/linking-impact-factor-open-ac
cess-charges-creates-more-inequality-academic-publishing
21 Dazu jüngst Shaun Y.-S. Khoo, »Article Processing Charge Hyperinflation and Price In-
sensitivity: An Open Access Sequel to the Serials Crisis«, LIBER Quarterly 29, Nr. 1 (2018),
doi:10.18352/lq.10280
Publikationsberatung an Universitäten
Ein Praxisleitfaden zum Aufbau publikationsunterstützender Services
- Titel
- Publikationsberatung an Universitäten
- Untertitel
- Ein Praxisleitfaden zum Aufbau publikationsunterstützender Services
- Autoren
- Karin Lackner
- Lisa Schilhan
- Christian Kaier
- Verlag
- transcript Verlag
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-8394-5072-7
- Abmessungen
- 14.8 x 22.5 cm
- Seiten
- 398
- Schlagwörter
- Wissenschaftliches Publizieren, Publikationsberatung, Bibliothek, Informationswissenschaft, Bibliothekswissenschaft, Universität, Verwaltung, Wissenschaft, Bildung
- Kategorie
- Medien