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Open-Access-Finanzierung 193
2 Modelle: APC-freie Finanzierung
Die Ablösung des Author-Pays-Modells ist allerdings ebenfalls keine leich-
te Aufgabe. So sehr die Kritik auch wächst
– es gibt bisher kein Modell, das
sich auf dem heutigen Publikationsmarkt unmittelbar als Alternative an-
bieten und Zahlungsflüsse ähnlich zuverlässig regeln würde wie die APC-
Zahlungen. Das sagt natürlich etwas über die Verfasstheit des Publika-
tionswesens aus. Erfahrungen wurden in der Vergangenheit vor allem von
Projekten und kleineren Verlagen aus dem (community-verantworteten)
Non-Profit-Bereich gesammelt. Es ist nicht leicht, sich eine Übertragung
auf die Bedingungen des kommerziellen Publikationsmarkts und dessen
Verlagsriesen vorzustellen. Von der APC-freien Finanzierung geht ein eher
disruptiver Hauch aus. Doch experimentieren zurzeit auch kleinere kom-
merzielle Verlage insbesondere bei der Buchproduktion mit entsprechen-
den Modellen.
2.1 Crowdfunding
Crowdfunding ist zwar keine neue Form der Publikationsfinanzierung,
hat jedoch mit den Möglichkeiten des Internets eine ganz neue Bedeutung
gewonnen. Es macht sich zunutze, dass potenzielle Geldgeber verhältnis-
mäßig leicht in großer Anzahl erreicht, individuelle Beiträge daher re-
lativ niedrig gehalten werden können. Im Mittelpunkt steht meist ein be-
stimmtes Produkt oder Open-Access-Projekt mit definiertem Umfang und
Finanzierungsstruktur: z. B. der »Freikauf« eines Pakets von Büchern, die
Finanzierung einer Buchreihe, die Fachsparte eines Verlags oder das Jah-
resprogramm eines spezialisierten Non-Profit-Publishers. Organisiert wird
die Finanzierung über zeitlich befristete Aufrufe und Kampagnen oder so-
genannte Pledging-Runden. Häufig werden sie über einen Dienstleister bzw.
eine Crowdfunding-Plattform realisiert. Auf dem deutschsprachigen Markt
agiert in dieser Funktion zurzeit hauptsächlich der kommerzielle Anbieter
Knowledge Unlatched. Erklären sich genug Unterstützer bereit bzw. wird
genug Geld gesammelt, kann das Projekt umgesetzt werden. Obwohl das
Modell einst für den Non-Profit-Bereich stand, wird es inzwischen verstärkt
von kommerziellen Verlagen erprobt. Sie sprechen auf diese Weise vor al-
lem die traditionellen Kunden aus Wissenschaftseinrichtungen bzw. deren
Bibliotheken an. Crowdfunding ist innovativ und flexibel einsetzbar. Es ist
Publikationsberatung an Universitäten
Ein Praxisleitfaden zum Aufbau publikationsunterstützender Services
- Titel
- Publikationsberatung an Universitäten
- Untertitel
- Ein Praxisleitfaden zum Aufbau publikationsunterstützender Services
- Autoren
- Karin Lackner
- Lisa Schilhan
- Christian Kaier
- Verlag
- transcript Verlag
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-8394-5072-7
- Abmessungen
- 14.8 x 22.5 cm
- Seiten
- 398
- Schlagwörter
- Wissenschaftliches Publizieren, Publikationsberatung, Bibliothek, Informationswissenschaft, Bibliothekswissenschaft, Universität, Verwaltung, Wissenschaft, Bildung
- Kategorie
- Medien