Seite - 195 - in Publikationsberatung an Universitäten - Ein Praxisleitfaden zum Aufbau publikationsunterstützender Services
Bild der Seite - 195 -
Text der Seite - 195 -
Open-Access-Finanzierung 195
Das OLH-Konsortium ist als zentraler Bestandteil des Geschäftsmodells
auch in die OLH-Governance-Struktur eingebunden.
Rein praktisch bewertet funktioniert auch das Geschäftsmodell des Pre-
print-Servers arXiv26 nach einem ähnlichen Prinzip. Dazu gehört neben der
Grundfinanzierung (Cornell University, Simon Foundation) ein Mitglied-
schaftsprogramm, in dem zentrale Einrichtungen, die arXiv weltweit am
stärksten nutzen, zusammengeschlossen sind. Über ihre Mitgliedschafts-
gebühr finanzieren sie die internationale Infrastruktur. Auch hier ist eine
Verankerung in der Governance-Struktur gegeben.
Was Konsortien spannend macht, sind die vielfältigen Ausgestaltungs-
möglichkeiten, mit denen sich Ziele und Umsetzung aufeinander abstim-
men lassen. Die Beitragssätze der Mitglieder können an deren finanziellen
Möglichkeiten ausgerichtet werden, das heißt konkret: an der Höhe zur Ver-
fügung stehender Budgets. Diese können nach Fach, Größe der Einrichtung,
aber auch nach Land stark variieren. Die Verteilung der Kosten ist außer-
dem eine interne Angelegenheit. Sie kann also unabhängig von Verlagen und
den mit ihnen ausgehandelten Preisstrukturen geregelt werden. Das er-
möglicht es, die Geschäftsbeziehung zwischen Verlag und Konsortium auf
eine sinnvolle Weise zu gestalten, ohne dass die getroffenen Finanzierungs-
regelungen die Bibliotheken überfordern. – Übrigens funktioniert auch die
Finanzierung des oben erwähnten DEAL-Wiley-Vertrags zurzeit praktisch
über ein kostenumverteilendes Konsortium.
2.3 »Subscribe to Open«: Flips auf Basis bestehender Subskriptionen
Das bisherige Subskriptionsvolumen nutzen und die Zeitschriften auf die-
ser finanziellen Basis im Open Access publizieren – das ist das Modell, das
mit dem griffigen Kampagnennamen »Subscribe to Open« bezeichnet wird.
Die bisherigen Abonnenten werden gebeten, ihre üblichen Zahlungen beizu-
behalten, auch wenn die betreffende Zeitschrift zukünftig im Open Access
erscheint. Wenn alle Abonnenten zustimmen, kann die Zeitschrift »flippen«.
Ihre Veröffentlichung, Betriebskosten und etwaige Einnahmeerwartungen
sind auf dem bisherigen Niveau ausfinanziert. An ihren Finanzierungs-
strukturen ändert sich nichts, der Kreis der zahlenden Einrichtungen bleibt
der gleiche, ebenso wie der Betrag, den jede einzelne Einrichtung entrichtet.
26 https://arxiv.org/about
Publikationsberatung an Universitäten
Ein Praxisleitfaden zum Aufbau publikationsunterstützender Services
- Titel
- Publikationsberatung an Universitäten
- Untertitel
- Ein Praxisleitfaden zum Aufbau publikationsunterstützender Services
- Autoren
- Karin Lackner
- Lisa Schilhan
- Christian Kaier
- Verlag
- transcript Verlag
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-8394-5072-7
- Abmessungen
- 14.8 x 22.5 cm
- Seiten
- 398
- Schlagwörter
- Wissenschaftliches Publizieren, Publikationsberatung, Bibliothek, Informationswissenschaft, Bibliothekswissenschaft, Universität, Verwaltung, Wissenschaft, Bildung
- Kategorie
- Medien