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Ulrike
Kändler196
Das Modell ist insbesondere durch die Ankündigung des Verlags Annual
Reviews bekannt, fünf der 50 renommierten Zeitschriften des Verlagspro-
gramms ab 2020 auf Open Access umzustellen, ohne mit APCs zu arbeiten.27
Mit Berghahn (OpenAnthro, 20 Zeitschriften, ab 2020)28 zieht inzwischen
ein weiterer Verlag nach und wirbt bei den Kunden um die Weiterführung
der Subskription.
Wo liegen die Unterschiede zu einem Konsortium? Hier agieren nicht
Wissenschaftseinrichtungen und Bibliotheken gemeinsam zur Erreichung
eines bestimmten Ziels, sondern jede subskribierende Einrichtung steht in
einer individuellen Geschäftsbeziehung zum Verlag. Es bedarf keiner Ab-
stimmung unter den Einrichtungen und keiner zusätzlichen koordinieren-
den Struktur. Aber es existieren somit auch keine Mechanismen der Inte-
ressensvertretung, wie zum Beispiel beim Konsortium des Publishers Open
Library of Humanities. Auch die Form der geschäftlichen Beziehung zwi-
schen Wissenschaftseinrichtung und Verlag ändert sich prinzipiell nicht.
2.4 Probleme APC-freier Modelle
APC-freie Modelle haben in der Regel einen großen Nachteil: die Zahlungen
sind freiwillig.29 Im Gegensatz zum Author-Pays-Modell, mit dem eine ein-
deutige Zahlungsverpflichtung verbunden ist, besteht dazu bei den meisten
Modellen keine zwingende Notwendigkeit. Bei den gemeinschaftlich finan-
zierten Open-Access-Angeboten ist es durchaus möglich, Leistungen in An-
spruch zu nehmen, für die andere aufkommen – bis zu einem bestimmten
Grad jedenfalls. Das sogenannte Freeriding wird aber zum entscheidenden
Problem, wenn ein Finanzierungsplan nicht erfüllt werden kann bzw. die
zahlenden Einrichtungen über Gebühr belastet werden.
Jede Einrichtung entscheidet individuell nach eigenem Profil und ökono-
misch-strategischen Interessen über eine Beteiligung. Daher können unter-
schiedliche Kriterien wirksam werden: Ein fachlicher Fokus, der wenig ein-
27 https://www.annualreviews.org/page/subscriptions/subscribe-to-open, zuletzt geprüft
am 13.12.2019.
28 https://www.berghahnjournals.com/page/578, zuletzt geprüft am 13.12.2019.
29 Kritische Diskussion z. B. in David Crotty, »Roadblocks to Better Open Access Models«, zu-
letzt geprüft am 05.03.2020, https://scholarlykitchen.sspnet.org/2019/10/09/roadblocks-
to-better-open-access-models/
Publikationsberatung an Universitäten
Ein Praxisleitfaden zum Aufbau publikationsunterstützender Services
- Titel
- Publikationsberatung an Universitäten
- Untertitel
- Ein Praxisleitfaden zum Aufbau publikationsunterstützender Services
- Autoren
- Karin Lackner
- Lisa Schilhan
- Christian Kaier
- Verlag
- transcript Verlag
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-8394-5072-7
- Abmessungen
- 14.8 x 22.5 cm
- Seiten
- 398
- Schlagwörter
- Wissenschaftliches Publizieren, Publikationsberatung, Bibliothek, Informationswissenschaft, Bibliothekswissenschaft, Universität, Verwaltung, Wissenschaft, Bildung
- Kategorie
- Medien