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Ulrike
Kändler200
4 Open-Access-Finanzierung als Thema
in der Publikationsberatung
Eine solche Open-Access-Strategie auch im Rahmen der Publikationsbera-
tung aktiv zu verfolgen, stellt eine weitere Herausforderung dar. In der Be-
ratung steht das konkrete Anliegen der Autorinnen und Autoren im Vorder-
grund, nicht die nachhaltige Transformationsstrategie. Auf der Suche nach
einer Finanzierung für eine geplante Open-Access-Publikation, sei es ein Ar-
tikel oder Buch, möchte jede Einrichtung ihren Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftlern selbstverständlich die bestmögliche Unterstützung und
optimale Konditionen bieten. Doch wer zum Beispiel »seinen« Autorinnen
und Autoren primär die Zeitschriften eines bestimmten Verlages empfiehlt,
weil ein »Big Deal« existiert, wird dabei letztlich selbst marktstrukturver-
stärkend aktiv. Umso wichtiger ist ein Beratungskonzept, das einen umfas-
senderen Zugriff auf das Thema ermöglicht und entsprechende Elemente
integriert.
Dazu gehören ohne Zweifel und ganz zentral Übersichtskenntnisse und
Vermittlungskonzepte für die Finanzierung von Publikationskosten wie
APCs und BPCs. Welche Angebote macht die eigene Einrichtung – über Ra-
battvereinbarungen, Offsetting-Verträge oder einen Publikationsfonds zur
Einzelabrechnung? Kommen eventuell auch Drittmittelgeber in Frage? For-
schungsfördereinrichtungen wie z.
B. der österreichische FWF haben Förder-
schienen zur Finanzierung unterschiedlicher Formate aufgelegt. Verschie-
dene Drittmittelgeber unterhalten darüber hinaus Post-Grant-Funds, die
sich speziell an abgeschlossene Förderprojekte richten. Optionen gibt es auf
nationaler und europäischer Ebene, aber teilweise auch bei kleineren Stiftun-
gen mit speziellen fachlichen Schwerpunkten. Da Publikationsmittel in die
Projektfinanzierung aufgenommen werden sollten, ist es außerdem sinnvoll,
Forschende bereits in der Antragsphase auf bestehende Open-Access-Man-
date hinzuweisen und bei der Kalkulation zu unterstützen.
Zu einem umfassenden Konzept gehört aber auch die aufmerksame
Kenntnis dessen, wie bestimmte Publikationsformate funktionieren, welche
fachlich geeigneten Angebote mit »fairen« (s. o.) Konditionen existieren und
zur Auswahl empfohlen werden können. Und darüber hinaus? Verständnis
für die Hintergründe der Open-Access-Transformation zu vermitteln – und
auch bei wissenschaftlichen Autorinnen und Autoren ein Bewusstsein für
die Mechanismen des wissenschaftlichen Publikationswesens zu schaffen –
Publikationsberatung an Universitäten
Ein Praxisleitfaden zum Aufbau publikationsunterstützender Services
- Titel
- Publikationsberatung an Universitäten
- Untertitel
- Ein Praxisleitfaden zum Aufbau publikationsunterstützender Services
- Autoren
- Karin Lackner
- Lisa Schilhan
- Christian Kaier
- Verlag
- transcript Verlag
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-8394-5072-7
- Abmessungen
- 14.8 x 22.5 cm
- Seiten
- 398
- Schlagwörter
- Wissenschaftliches Publizieren, Publikationsberatung, Bibliothek, Informationswissenschaft, Bibliothekswissenschaft, Universität, Verwaltung, Wissenschaft, Bildung
- Kategorie
- Medien