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Publikationsmonitoring 207
Publikationsmonitoring wichtige Erkenntnisse über Servicebedarfe: In wel-
chen Disziplinen oder Teilorganisationen gibt es niedrigere Open-Access-
Quoten? Können gezielte Beratungsangebote hier Abhilfe schaffen? Fehlt es
an disziplinären Open-Access-Publikationsangeboten?
Für Open-Access-Publikationsfonds sind Publikationsdaten einerseits
eine Grundlage zur Bedarfsabschätzung im Vorfeld, andererseits liefern die
Fonds selbst wichtige Daten über das Publikationsverhalten der Mitglieder
einer Einrichtung und die damit verbundenen Kosten (siehe dazu auch den
Beitrag »Finanzierung von Open-Access-Publikationen« in diesem Band).13
Da die Bezahlung von Artikelgebühren (APCs) aber oft aus anderen Quellen
(Projektmittel, Institutsmittel) erfolgt (und da solche Zahlungen vermutlich
sehr viel weniger standardisierten Anforderungen unterliegen), sind diese
Daten nur bedingt aussagekräftig.14 Erstrebenswert ist daher, dass, wie es
in manchen Einrichtungen bereits der Fall ist, alle APC-Zahlungen über eine
zentrale Stelle abgewickelt werden, unabhängig davon, aus welchem Topf
die Mittel kommen. Die Kosten von Open-Access-Artikeln sind ein wichti-
ger Aspekt im Publikationsmonitoring. Wenn sie zentral und transparent
erfasst werden wie in der OpenAPC-Initiative,15 bilden sie eine unerlässli-
che Grundlage zur Analyse und Planung der Open-Access-Finanzierung und
können auch für die Publikationsberatung und die Bewusstseinsbildung bei
Autorinnen und Autoren eingesetzt werden.
Vollständige und korrekte Publikationslisten sind ebenfalls eine wichtige
Grundlage für Zweitveröffentlichungen in institutionellen Repositorien. An-
hand der Listen können Veröffentlichungen identifiziert werden, bei denen
die rechtlichen Grundlagen für Zweitveröffentlichungen durch Lizenzen,
Verlagspolicies oder individuelle Vereinbarungen gegeben sind. Einige Ein-
richtungen (zum Beispiel die Technische Informationsbibliothek (TIB),16 die
13 Vgl. Heinz Pampel und Marco Tullney, »3b. Open-Access-Publikationsfonds«, in Praxishand-
buch Open Access, hg. v. Konstanze Söllner und Bernhard Mittermaier (Berlin, Boston: De
Gruyter, 2017), 162–72; Najko Jahn und Marco Tullney, »A Study of Institutional Spending
on Open Access Publication Fees in Germany«, PeerJ 4:e2323 (2016), doi:10.7717/peerj.2323
14 An weniger als der Hälfte der Einrichtungen werden auch dezentral gezahlte Open-Ac-
cess-Kosten zentral erfasst, vgl. Heinz Pampel, »Open Access an wissenschaftlichen Ein-
richtungen in Deutschland. Ergebnisse einer Erhebung im Jahr 2018. Bericht« (2019), 44,
doi:10.2312/os.helmholtz.005
15 https://github.com/OpenAPC/openapc-de
16 https://www.repo.uni-hannover.de/page/services
Publikationsberatung an Universitäten
Ein Praxisleitfaden zum Aufbau publikationsunterstützender Services
- Titel
- Publikationsberatung an Universitäten
- Untertitel
- Ein Praxisleitfaden zum Aufbau publikationsunterstützender Services
- Autoren
- Karin Lackner
- Lisa Schilhan
- Christian Kaier
- Verlag
- transcript Verlag
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-8394-5072-7
- Abmessungen
- 14.8 x 22.5 cm
- Seiten
- 398
- Schlagwörter
- Wissenschaftliches Publizieren, Publikationsberatung, Bibliothek, Informationswissenschaft, Bibliothekswissenschaft, Universität, Verwaltung, Wissenschaft, Bildung
- Kategorie
- Medien