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Lisa
Schilhan240
tation unterstützt man andere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
wiederum, die im Sinne der wissenschaftlichen Integrität einen Background-
check jener Autorinnen und Autoren machen, die sie zitieren möchten.
Die etablierte Praxis, diese umfassenden Forschungstätigkeiten in CRIS/
FIS-Systemen, Verzeichnissen und Datenbanken der eigenen Institution
einzutragen, ist gut, jedoch im Sinne einer optimalen Auffindbarkeit nicht
ausreichend. Man sollte diese Forschungsleistungen zusätzlich dort verfüg-
bar machen, wo sie nicht nur aktiv gesucht, sondern auch passiv gefunden
werden können. Wie in allen Bereichen der Wissenschaftspraxis gibt es auch
in der Verwendung von ASN große Unterschiede zwischen den Fachgebieten.
Ob und wie viele Forschende aus der eigenen Community in den Netzwerken
registriert sind, hängt jedoch nicht nur von der groben Unterscheidung zwi-
schen Naturwissenschaften und Geisteswissenschaften ab. Auch innerhalb
der Disziplinen ist eine große Varianz hinsichtlich der Verwendung der ASN
zu bemerken. Es empfiehlt sich daher, eine Analyse der ASN durchzuführen,
um zu sehen, in welchem die jeweilige Forschungscommunity am besten
vertreten ist, und sich auf dieses zu konzentrieren.
Der Zeitaufwand, das eigene Profil im Internet zu pflegen, ist hoch und
erhöht den Zeitdruck, unter dem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaft-
ler bereits stehen. Manche Netzwerke und Angebote wie z.
B. ORCID iD7 er-
leichtern die Eingabe neuer Publikationen durch einen automatischen DOI-
Import oder suchen selbstständig nach neuen »mentions«.
Die Verwendungszwecke von ASN sind natürlich nicht nur die aktive
Selbstrepräsentation, sondern auch das Verfolgen von Trends und Publika-
tionen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des eigenen Fach-
gebietes. Im besten Fall ergeben sich aus dieser Vernetzung neue Koopera-
tionen in der Forschung.
In der Publikationsberatung sollte auch auf die Kritik in der Verwendung
der ASN eingegangen werden. Durch die Verwendung dieser Netzwerke
speist man weitere kommerzielle Internetdienstanbieter mit persönlichen
Daten, die wiederum für Werbezwecke ausgewertet werden. Viele dieser
Netzwerke finanzieren sich unter anderem durch personalisierte Werbung,
durch die Bewerbung von Jobangeboten und durch gesponserte Posts.
Es gilt außerdem darauf zu achten, die privaten Netzwerkaccounts wie
Facebook oder Instagram von den beruflichen Accounts zu trennen.
7 https://orcid.org/
Publikationsberatung an Universitäten
Ein Praxisleitfaden zum Aufbau publikationsunterstützender Services
- Titel
- Publikationsberatung an Universitäten
- Untertitel
- Ein Praxisleitfaden zum Aufbau publikationsunterstützender Services
- Autoren
- Karin Lackner
- Lisa Schilhan
- Christian Kaier
- Verlag
- transcript Verlag
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-8394-5072-7
- Abmessungen
- 14.8 x 22.5 cm
- Seiten
- 398
- Schlagwörter
- Wissenschaftliches Publizieren, Publikationsberatung, Bibliothek, Informationswissenschaft, Bibliothekswissenschaft, Universität, Verwaltung, Wissenschaft, Bildung
- Kategorie
- Medien