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Sichtbarkeit und Auffindbarkeit wissenschaftlicher Publikationen 241
Zusätzlich sind kulturelle Unterschiede in der Art und Weise, wie man
sich im Internet präsentiert, in Betracht zu ziehen. Es besteht der allgemeine
Konsens, dass eine gute Repräsentation im Internet wichtig ist, jedoch gäbe
es auch ein »too much«.8 Eigene Websites, die Wissenschaftlerinnen bzw.
Wissenschaftler als Speaker bewerben und dabei an »Angeberei«9 grenzen,
wurden in einer Studie in Schweden als negativ bewertet. Hier sind definitiv
kulturelle Unterschiede in der Selbstrepräsentation zu beachten, die nicht
nur im Offline-Leben existieren, sondern sich naturgemäß auch in die On-
line-Welt weiterziehen. Was in Amerika als gut beworbenes Selbstimage gilt,
kann etwa in Skandinavien als »too much« erscheinen.
1.2 Social-Media-Kanäle
Zur aktiven Verbreitung der wissenschaftlichen Publikationen und For-
schungsleistungen eignen sich nicht alle Social-Media-Kanäle gleichermaßen.10
Es empfiehlt sich, eine Zielgruppenanalyse durchzuführen und sowohl Ort
als auch Wording des Posts anzupassen, um eine effektive Verbreitung zu
erreichen. Man sollte sich im Vorfeld überlegen, ob man eine Verbreitung im
Sinne der Wissenschaftskommunikation (Science to Public) anstrebt oder
die wissenschaftliche Kommunikation innerhalb der Community (Science
to Science) forcieren möchte.
Der Vorteil von Social-Media-Kanälen, die hauptsächlich von der breiten
Öffentlichkeit verwendet werden
– im Gegensatz zu den ASN, deren Kundin-
nen und Kunden hauptsächlich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
sind
– ist die breitenwirksame Kommunikation. Zu den beliebtesten Kanälen
für die Bewerbung von Wissenschaft zählt Twitter. Mit dem richtigen Wor-
ding und wenigen, aber gut gewählten Hashtags kann eine große Verbreitung
erreicht werden. Ob ein Tweet Erfolg hat, hängt dabei jedoch sehr stark vom
Inhalt der Forschung und nicht deren Qualität ab. Ein Tweet über beispiels-
weise ein mathematisches Phänomen wird weniger Likes bekommen als
8 Vgl. Sara Kjellberg und Jutta Haider, »Researchers’ Online Visibility: Tensions of Visibility,
Trust and Reputation«, Online Information Review 43, Nr. 3 (2019): 422, doi:10.1108/OIR-07-
2017-0211
9 Ebd., 433.
10 Vgl. hierzu bspw. auch Isabella Peters, »Soziale Netzwerke für Wissenschaftler: Anreize
und Mehrwerte schaffen für die wissenschaftliche Kommunikation«, Bibliotheksdienst 49,
10–11 (2015): 1000–1009, doi:10.1515/bd-2015-0120
Publikationsberatung an Universitäten
Ein Praxisleitfaden zum Aufbau publikationsunterstützender Services
- Titel
- Publikationsberatung an Universitäten
- Untertitel
- Ein Praxisleitfaden zum Aufbau publikationsunterstützender Services
- Autoren
- Karin Lackner
- Lisa Schilhan
- Christian Kaier
- Verlag
- transcript Verlag
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-8394-5072-7
- Abmessungen
- 14.8 x 22.5 cm
- Seiten
- 398
- Schlagwörter
- Wissenschaftliches Publizieren, Publikationsberatung, Bibliothek, Informationswissenschaft, Bibliothekswissenschaft, Universität, Verwaltung, Wissenschaft, Bildung
- Kategorie
- Medien