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Sichtbarkeit und Auffindbarkeit wissenschaftlicher Publikationen 251
setools, sondern erschwert es den Leserinnen und Lesern, die in der Treffer-
liste nur den Titel »There are no cats in America!« angezeigt bekommen, den
Zusammenhang zum Thema Migration herzustellen. Gegebenenfalls wird
der Artikel als wenig relevant wahrgenommen bzw. die Anzeige des Titels in
der Trefferliste auf einen Fehler der Suchmaschine zurückgeführt und der
Artikel nicht angeklickt – damit auch nicht gelesen und nicht zitiert.
Es steht jeder Wissenschaftlerin, jedem Wissenschaftler frei, die Gestal-
tung der Titel auf deren Auffindbarkeit hin zu optimieren. Es ist eine Ab-
wägung der Interessen zwischen gestalterischer Freiheit, Publikationskul-
tur, Sichtbarkeit und Identifizierbarkeit. Eine bewusste Entscheidung kann
jedoch nur erfolgen, wenn die Faktoren zu Auffindbarkeit und Ranking in
Suchmaschinen bekannt sind. Diese Bewusstseinsbildung kann im Rahmen
der Publikationsberatung geschehen. Für ihre Kompetenz hinsichtlich der
Themen Literatursuche, Datenbankindexierung, Metadatenmanagement und
Beschlagwortung sind Bibliothekarinnen und Bibliothekare bekannt. Dies
gibt in der Publikationsberatung gegenüber Wissenschaftlerinnen und Wis-
senschaftlern eine Glaubwürdigkeit, die Vertrauen schafft. Die Erfahrung
der Autorin dieses Beitrags, die bereits einige Workshops und Vorträge zum
Thema ASEO abgehalten hat, zeigt, dass Wissenschaftlerinnen und Wissen-
schaftler dankbar für diese Informationsweitergabe und Unterstützung
sind.
An der Universitätsbibliothek Graz werden bei den Workshops nach der
theoretischen Einführung in die Grundlagen der ASEO gemeinsam prak-
tische Beispiele bearbeitet, was sehr gut angenommen wird. Dazu werden
die Workshopteilnehmerinnen und -teilnehmer gebeten, den Workshoplei-
terinnen und -leitern im Vorfeld ausgewählte Publikationen zukommen zu
lassen, die dann im Rahmen der Veranstaltung aus ASEO-Sicht optimiert
werden. Dabei gilt es aus Sicht der Publikationsberaterinnen und -berater,
den schmalen Grat zwischen der Beratung ohne entsprechenden fachlichen
Hintergrund und Wahrung der akademischen Freiheit der Autorinnen und
Autoren zu bewandern. Die Optimierung von Publikationstiteln im Rahmen
eines Workshops ist daher eine durchaus heikle Angelegenheit, die mit gro-
ßem Augenmerk auf die kulturellen Publikationsunterschiede der verschie-
denen Disziplinen durchzuführen ist. Alternativ können für Workshops
(anonymisierte) Beispiele aus Datenbanken oder fiktive Beispiele herange-
zogen werden.
Publikationsberatung an Universitäten
Ein Praxisleitfaden zum Aufbau publikationsunterstützender Services
- Titel
- Publikationsberatung an Universitäten
- Untertitel
- Ein Praxisleitfaden zum Aufbau publikationsunterstützender Services
- Autoren
- Karin Lackner
- Lisa Schilhan
- Christian Kaier
- Verlag
- transcript Verlag
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-8394-5072-7
- Abmessungen
- 14.8 x 22.5 cm
- Seiten
- 398
- Schlagwörter
- Wissenschaftliches Publizieren, Publikationsberatung, Bibliothek, Informationswissenschaft, Bibliothekswissenschaft, Universität, Verwaltung, Wissenschaft, Bildung
- Kategorie
- Medien