Seite - 267 - in Publikationsberatung an Universitäten - Ein Praxisleitfaden zum Aufbau publikationsunterstützender Services
Bild der Seite - 267 -
Text der Seite - 267 -
Publizieren und Promovieren 267
sertation innerhalb eines (vertraglich und/oder curricular) festgelegten zeit-
lichen Rahmens fertigstellen sollen (müssen). Publikationen fernab des Dis-
sertationsthemas sind deshalb nur in (gut abzuwägenden) Ausnahmefällen
zu empfehlen.
Die Vorabveröffentlichung von Teilen der Dissertation hingegen ermög-
licht Synergieeffekte, die zu einer Beschleunigung des Dissertationsprozesses
führen können. Dies kann beispielsweise dann der Fall sein, wenn Einreich-
termine für Artikel auch als Deadlines für den Abschluss einzelner Kapitel
der Dissertation gesetzt werden. Keine Publikationstätigkeit zum Disserta-
tionsthema wiederum erscheint nur dann akzeptabel (wenn auch niemals
empfehlenswert), wenn auf keinen Fall eine wissenschaftliche Laufbahn an-
gestrebt wird und Publikationen im Fachbereich auch für die weitere Karrie-
replanung von geringer Relevanz erscheinen.
Im Regelfall sollten aber Doktoratsstudierende während des Promovie-
rens einen Teil ihrer Forschungsergebnisse publizieren. Allerdings sind hier-
bei die curricularen Vorgaben beziehungsweise die Promotionsordnung zu
berücksichtigen, auch ist auf eine Kenntlichmachung der schon vorab publi-
zierten Passagen in der Dissertation zu achten. Hinzu kommt das Einver-
ständnis der Betreuungsperson/en.
In den Geisteswissenschaften wird aus Traditionsgründen bisweilen die
Buchpublikation einer Monografie mit gänzlich neuen Ergebnissen einer Vor-
abpublikation von Teilen der Forschungsarbeit in einzelnen Papers/Artikeln
vorgezogen. Allerdings sollten in dieser Tradition argumentierende Betreu-
ungspersonen darauf hingewiesen werden, dass Publizieren während des
Doktorats in Zeiten eines wachsenden akademischen Prekariats eine we-
sentliche Voraussetzung für weiterführende akademische Karrieren ist. Ein
Zurückhalten von Forschungsergebnissen bis zur Publikation der gesamten
Dissertation kann zu gravierenden Nachteilen bei Bewerbungen um Post-
Doc-Stellen führen, für die beispielsweise die Publikation einer bestimmten
Anzahl peer-reviewter Artikel nachzuweisen ist.
4.3 Publikationsbogen
Bereits in der Anfangsphase des Doktoratsstudiums ist es sinnvoll, eine
langfristige Publikationsstrategie zu entwickeln. Im Idealfall erfolgt dies
gemeinsam mit der Betreuungsperson, die sowohl die Abfolge und Inhalte
Publikationsberatung an Universitäten
Ein Praxisleitfaden zum Aufbau publikationsunterstützender Services
- Titel
- Publikationsberatung an Universitäten
- Untertitel
- Ein Praxisleitfaden zum Aufbau publikationsunterstützender Services
- Autoren
- Karin Lackner
- Lisa Schilhan
- Christian Kaier
- Verlag
- transcript Verlag
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-8394-5072-7
- Abmessungen
- 14.8 x 22.5 cm
- Seiten
- 398
- Schlagwörter
- Wissenschaftliches Publizieren, Publikationsberatung, Bibliothek, Informationswissenschaft, Bibliothekswissenschaft, Universität, Verwaltung, Wissenschaft, Bildung
- Kategorie
- Medien