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Gerald
Lind272
unter möglicherweise erheblichem Aufwand die in der Zwischenzeit erschie-
nene Forschungsliteratur recherchiert und eingearbeitet werden.
Die Verlagssuche sollte rechtzeitig beginnen und mit den Betreuungs-
personen abgesprochen werden. Voraussetzung ist eine im Zuge der jeweili-
gen Fachsozialisation erworbene Expertise zur disziplinenspezifischen Pu-
blikationslandschaft sowie die Bereitschaft, in die Verlagssuche ebenso viel
an Zeit und Energie zu investieren wie in die eigentliche Forschungsarbeit.
Schließlich gilt: »In some departments and institutions, where you publish
your book manuscript is as important as what you publish.«29
Ziel sollte es sein, die Dissertation in einem jener Verlage zu veröffent-
lichen, in denen die relevantesten Arbeiten des jeweiligen Fachbereichs er-
scheinen. Ist das nicht möglich, so sollte zumindest ein auf die Forschungs-
themen der Dissertation spezialisierter, innerhalb der Fach-Community
anerkannter Verlag gefunden werden. Schließlich besteht auch die Möglich-
keit, im lokalen Universitätsverlag zu publizieren. Auf jeden Fall vermieden
werden sollten Publikationen bei Predatory Publishers, die keinen Qualitäts-
kriterien folgen, keinen Selektionsprozess vornehmen, aus rein monetären
Motiven alles drucken, was ihnen angeboten wird, und den Ruf einer For-
scherin bzw. eines Forschers beschädigen können (siehe dazu auch den Bei-
trag »Qualitätssicherung und Predatory Publishing« in diesem Band).
Wurde die Monografie zur Veröffentlichung angenommen, rücken Fra-
gen zur Kooperation mit dem Verlag und die Einwerbung von Druckkos-
tenzuschüssen in den Mittelpunkt. Die rechtliche Basis hierfür bildet der
Publikationsvertrag (siehe dazu auch den Beitrag »Serviceleistungen in der
Publikationsunterstützung« in diesem Band). Verwertungsgesellschaften
wie Literar-Mechana (Österreich) und VG Wort (Deutschland) können für
eine juristische Prüfung der Vertragsvorlage kontaktiert werden. Druckkos-
tenzuschüsse können bei einer Vielzahl von Stellen beantragt werden, von
der eigenen Universität bis zu fach- und regionalspezifischen Fördergebern.
Ein ganz wesentlicher Faktor ist schließlich auch die Bewerbung des Bu-
ches, die nicht ausschließlich dem Verlag überlassen werden, sondern aktiv
mit Unterstützung des während des Doktorats aufgebauten wissenschaftli-
chen Netzwerks betrieben werden sollte (siehe dazu auch den Beitrag »Sicht-
barkeit und Auffindbarkeit« in diesem Band).
29 Chávez-García, »Strategies«, 204.
Publikationsberatung an Universitäten
Ein Praxisleitfaden zum Aufbau publikationsunterstützender Services
- Titel
- Publikationsberatung an Universitäten
- Untertitel
- Ein Praxisleitfaden zum Aufbau publikationsunterstützender Services
- Autoren
- Karin Lackner
- Lisa Schilhan
- Christian Kaier
- Verlag
- transcript Verlag
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-8394-5072-7
- Abmessungen
- 14.8 x 22.5 cm
- Seiten
- 398
- Schlagwörter
- Wissenschaftliches Publizieren, Publikationsberatung, Bibliothek, Informationswissenschaft, Bibliothekswissenschaft, Universität, Verwaltung, Wissenschaft, Bildung
- Kategorie
- Medien