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Gerald
Lind274
Für die Besprechung der einzelnen Themen stelle ich neben der den Kurs
begleitenden PowerPoint-Präsentation den Teilnehmenden ein Handout
mit Zitaten aus Peer Review and Manuscript Management zur Verfügung. Das
Handout kann auch als übersichtliches Guidebook für Publizieren in Peer-
reviewed Journals verwendet werden.
Außerdem sollten die Kursteilnehmenden auf universitäre Weiterbil-
dungsangebote zum Beispiel zu Digital Publishing, Predatory Journals und
Good Scientific Practice hingewiesen werden, drei Themenbereiche, die sehr
eng mit Peer Review verbunden sind, jedoch den mir in der Regel verfügba-
ren zeitlichen Rahmen von vier Stunden deutlich übersteigen würden.
Sollten die entsprechenden Mittel vorhanden sein, wird auf institutio-
neller Ebene zusätzlich zur allgemeinen Einführung im Hinblick auf Peer-
reviewed Papers empfohlen, nach Wissenschaftsdisziplinen und, im Ideal-
fall, sogar für die Einreichung bei bestimmten Zeitschriften Spezialkurse
anzubieten. Diese Kurse könnten von erfahrenen Journal Editors gehalten
werden und sich ausführlich mit den Zeitschriften-spezifischen Qualitäts-
kriterien bei der Auswahl von Papers beschäftigen. Die Publikationsservices
der Universität Graz sowie der TU Graz haben damit bereits gute Erfahrun-
gen gemacht (siehe dazu Abschnitt 1.3 im Beitrag »Wichtige Themen in der
Publikationsberatung« in diesem Band).
5 Kritik der Exzellenz/Quantifizierung
Im Kontext von Peer Review besteht die Möglichkeit, eine Diskussion zu dis-
kursiven Konstruktionsweisen von Exzellenz und der damit verschränkten
Quantifizierung wissenschaftlicher Leistungen anzuregen.33
Die Zuschreibung von Exzellenz (und Relevanz) erfolgt beim wissen-
schaftlichen Publizieren in erster Linie über bibliometrische Indikatoren, die
aus wissenschaftlichen Datenbanken gewonnen werden (siehe dazu den Bei-
trag »Bibliometrie« in diesem Band). Die wichtigsten dieser Datenbanken
33 Vgl. Tobias Peter, Genealogie der Exzellenz, Interventionen (Weinheim: Beltz Juventa, 2014).
Eine auf die Situation von Nachwuchsforscherinnen und -forscher ausgerichtete Engfüh-
rung seiner Analyse nimmt Peter vor in: Tobias Peter, »Permanente Performance. Zur Re-
gierung des akademischen Nachwuchses«, in Wissenschaft – Macht – Nachwuchs: Zur Situ-
ation von Nachwuchswissenschaftler_innen, hg. v. Susanne Kink, Stefanie Lerch und Gerald
Lind, Grazer Beiträge zur Hochschullehre 8 (Graz:
Grazer Universitätsverlag, 2017), 13–28.
Publikationsberatung an Universitäten
Ein Praxisleitfaden zum Aufbau publikationsunterstützender Services
- Titel
- Publikationsberatung an Universitäten
- Untertitel
- Ein Praxisleitfaden zum Aufbau publikationsunterstützender Services
- Autoren
- Karin Lackner
- Lisa Schilhan
- Christian Kaier
- Verlag
- transcript Verlag
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-8394-5072-7
- Abmessungen
- 14.8 x 22.5 cm
- Seiten
- 398
- Schlagwörter
- Wissenschaftliches Publizieren, Publikationsberatung, Bibliothek, Informationswissenschaft, Bibliothekswissenschaft, Universität, Verwaltung, Wissenschaft, Bildung
- Kategorie
- Medien