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Vernetzung von publikationsunterstützenden Angeboten 369
Eine neu eingerichtete Servicestelle wird in der Regel die Sinnhaftigkeit
und den Mehrwert ihrer Angebote belegen müssen. Durch eine gemeinsame
Anlaufstelle für einen first level support zu Themen des wissenschaftlichen
Publizierens kann der Nutzen aller beteiligten Stellen und somit deren At-
traktivität für die Zielgruppe der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaft-
ler gesteigert werden.4
Durch eine Vernetzung mit anderen forschungsunterstützenden Angebo-
ten findet ein Know-How-Transfer in der Verwaltung statt, und man gewinnt
zusätzliche Einblicke in aktuelle Entwicklungen und andere Perspektiven auf
das gemeinsame Thema. Allerdings ist der Wunsch nach Zusammenarbeit
nicht immer beidseitig: Skepsis, Ablehnung, Unverständnis oder Widerstand,
sich proaktiv mit neuen Themen zu beschäftigen, können langwierige Über-
zeugungsarbeit nötig machen oder eine Zusammenarbeit gar verhindern.
Auch wenn vieles nicht sofort an der eigenen Institution umsetzbar ist, ent-
stehen durch Gespräche zumindest oft neue Ideen und Ansätze.
Im besten Falle entsteht die Möglichkeit, zukünftige Rahmenbedingungen
etwa über die gemeinsame Formulierung von Policies auf breiter Basis mitzu-
gestalten. So waren die Publikationsservices der Universität Graz an der Aus-
arbeitung einer Forschungsdatenpolicy5 und der Aktualisierung und Erweite-
rung der Open Access Policy6 der Universität Graz beteiligt. Darüber hinaus
kann sich ein derartiges, abteilungs- und verwaltungseinheiten
übergreifendes
Netzwerk als kompetenter Ansprechpartner der Hochschulleitung zu Rahmen-
bedingungen des Forschens und Publizierens etablieren. So wirken sich zum
Beispiel Open-Access-Anforderungen nationaler und europäischer Förderge-
ber auf die Publikationspraxis aus, und mit der vorhandenen fachlichen Kom-
petenz kann das Netzwerk die Leitungsebene beratend unterstützen. Auch
mögliche zukünftige Bedürfnisse von Forschenden können dadurch frühzei-
tig erkannt und das eigene Angebot entsprechend weiterentwickelt werden.
Die immer größere Aufmerksamkeit für die Themen Open Science und
Forschungsdatenmanagement und die wachsende Dringlichkeit durch ex-
4 Siehe auch Christian Kaier, »Publikationsunterstützung: Die Bibliothek ist nicht genug«,
2017; Informationspraxis, Bd. 3, Nr. 1 (2017), doi:10.11588/ip.2017.1.35225
5 https://static.uni-graz.at/fileadmin/strategische-entwicklung/Dateien/FDM-Policy_DE_
FINAL_Layout.pdf
6 https://static.uni-graz.at/fileadmin/strategische-entwicklung/Dateien/OA-Policy_DE_FI
NAL_Layout.pdf
Publikationsberatung an Universitäten
Ein Praxisleitfaden zum Aufbau publikationsunterstützender Services
- Titel
- Publikationsberatung an Universitäten
- Untertitel
- Ein Praxisleitfaden zum Aufbau publikationsunterstützender Services
- Autoren
- Karin Lackner
- Lisa Schilhan
- Christian Kaier
- Verlag
- transcript Verlag
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-8394-5072-7
- Abmessungen
- 14.8 x 22.5 cm
- Seiten
- 398
- Schlagwörter
- Wissenschaftliches Publizieren, Publikationsberatung, Bibliothek, Informationswissenschaft, Bibliothekswissenschaft, Universität, Verwaltung, Wissenschaft, Bildung
- Kategorie
- Medien