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Reflexiver Kosmopolitanismus - Entwicklung einer Forschungsgemeinschaft durch den philosophischen Dialog
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148 REfLExIvER KoSMoPoLITANISMUS Empathie und Imagination ist Solidarität ein wichtiges Element, das Beziehungen stärkt. In der Geschichte unterstützen die zwischen den Protagonisten entstandenen Beziehungen die Entstehung einer kulturell heterogenen Gruppe, welche die individuellen Differenzen bereits überwunden hat. Aus den Beziehungen heraus haben sich einzigartige und loyale Freundschaften entwickelt. Aus diesem Grund ist es wichtig zu überlegen, was es bedeu- tet, mit jemandem solidarisch zu sein. Ist Solidarität ein instinktiver oder ein rationaler Akt? Erwächst Solidarität aus einem Instinkt, den nur Menschen haben? Kommt Solidarität unter bestimmten Umständen von einer bewussten Reflexion? In der Geschichte gibt es verschiedene Anlässe und Gelegenheiten, bei denen sich die Jugendlichen solidarisch zueinander verhalten. Beispielsweise in der Episode, in der Jensika ein Opfer ist, zeigen sie sich solidarisch mit ihr und möchten ihr helfen. Wir sprechen von Solidarität, wenn wir uns selbst als Teil eines größeren Ganzen ver- stehen bzw. erfahren. Es bedeutet, sich selbst als Erweiterung von Anderen zu sehen und unseren Lebensraum mit anderen Menschen so zu teilen, dass wir uns betroffen fühlen, was immer ihnen geschieht. In diesem Sinne ist Solidarität wie ein geometrischer Körper: jeder Teil ist notwendig für das Gesamte. Wenn nur ein Teil des geometrischen Körpers einbricht, kollabiert der gesamte Körper. Jeder einzelne Teil ist interessiert am Überleben der restlichen. In diesem Fall stellt sich die Frage, ob Solidarität lediglich geschlossene Gruppen von Personen betrifft, die sich selbst gegen andere verteidigen (denken Sie zum Beispiel an die Arbeiterbewegung), oder ob Solidarität im Namen einer generellen Idee von mensch- licher Gleichheit existiert. In der Geschichte spricht Gaetano über Gründe seines Handelns, vor allem in der Episode, in dem er seine Freundinnen und Freunde von anderen Jungen attackiert sieht. Er stürzt sich Hals über Kopf in den Kampf, um sie zu verteidigen. Seine Freundinnen und Freunde sind Teil seiner Welt und wer immer sie verletzt, verletzt in gewisser Art und Wei- se auch ihn. Und wenn er sie verteidigt, tut er das, weil es so ist, als würde er sich selbst verteidigen. Aber manchmal scheint eine Person, die einen Akt der Solidarität ausübt, die eigenen Interessen außer Acht zu lassen und das eigene Leben aufs Spiel zu setzen oder sich über Gesetze hinwegzusetzen. Denken Sie an Menschen, die ihr Leben gefährdet haben und bereit dazu waren, gegen Gesetze und Normen des eigenen Landes zu verstoßen, um verfolgte Menschen zu retten. Ähnliche Leitgedanken, Diskussionspläne und Übungen finden Sie auch im Handbuch zu Tina und Amir, Episode 2, Leitgedanke 3 „Empathie“, Diskussionsplan „Sich in die Situ- ation eines Anderen hineinversetzen“, Übung „Sich in eine andere Person hineinversetzen – Empathie“, Diskussionsplan „Empathie“, Übung „Handlungen und Situationen Anderer spiegeln“. Diskussionsplan: Solidarität 1. Wenn ein Mitschüler ungerecht von der Lehrerin behandelt wird, fühlst du dich dann selbst ungerecht behandelt? 2. Wenn eine Mitschülerin ungerecht vom Lehrer behandelt wird, verteidigst du sie gegen den Lehrer? 3. Wenn ein Mitschüler ungerecht vom Lehrer behandelt wird, soll die gesamte Klasse rebellieren? Wenn ja, warum? Wenn nein, warum nicht? 4. Wenn deine kleine Schwester von einem älteren Kind geschlagen wird, fühlst du dich so als würde er/sie dich schlagen?
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Reflexiver Kosmopolitanismus Entwicklung einer Forschungsgemeinschaft durch den philosophischen Dialog
Titel
Reflexiver Kosmopolitanismus
Untertitel
Entwicklung einer Forschungsgemeinschaft durch den philosophischen Dialog
Herausgeber
Ediciones La Rectoral
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-SA 4.0
Abmessungen
21.0 x 29.7 cm
Seiten
190
Kategorien
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