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Reflexiver Kosmopolitanismus - Entwicklung einer Forschungsgemeinschaft durch den philosophischen Dialog
Seite - 153 -
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IM UND UM DEN PARK (HANDbUCH) 153 Diskussionsplan: Gerecht/ungerecht 1. Wenn etwas gerecht ist, ist es dann für alle gerecht? 2. Wenn etwas für andere gerecht ist, ist es dann auch für mich gerecht? 3. Bedeutet „gerecht zu sein“ dasselbe wie „gesetzestreu zu sein“? 4. Was ist der Unterschied zwischen „gerecht“ und „korrekt“? 5. Kann ich etwas gerecht tun, aber in einer ungerechten Art und Weise? 6. Kann ich etwas ungerecht tun, aber in einer gerechten Art und Weise? 7. Kann eine Person auch dann als ehrlich bezeichnet werden, wenn sie gegen das Ge- setz verstößt? 8. Gibt es ein universelles Gesetz, das auf der ganzen Welt gilt? Wenn ja, wie können wir es erläutern? Episode 3: Meines ist meines, was deines ist, ist meines, was ihres ist, ist auch meines … oder nicht? Leitgedanke 1: Sozialvertrag In der dritten Episode führen Jensika und Mario eine heftige Diskussion, danach kommt es zu einer Auseinandersetzung mit anderen Jugendlichen im Park, die behaupten, dass sie das Recht haben, einen größeren Teil des Parks für sich zu beanspruchen. Der Konflikt ist unvermeidlich, doch Mario gelingt es schließlich, mit dem Rädelsführer der Gang eine Vereinbarung zu schließen. Der Park ist ein öffentlicher Raum und die Jugendlichen in der Geschichte sind nicht der Meinung, dass es hier Grenzen und Besitzansprüche geben sollte. Aber, wenn alle dieselben Rechte haben, zeichnet sich erneut die Möglichkeit zu ei- nem Konflikt ab. Statt ein friedliches Nebeneinander im öffentlichen Raum zu garantieren, müssen sie sich vorerst um eine Vereinbarung mit anderen Menschen bemühen, die sie nicht gerade als freundlich erachten. Wenn wir die Episode von dieser Perspektive aus betrachten, könnte dies auf den Sozialvertrag im Sinne des englischen Philosophen Thomas Hobbes verweisen. Der englische Philosoph Thomas Hobbes nahm die Existenz des Naturzustands des Menschen, in dem alle Menschen dieselben Rechte haben, an. Denn eines der Naturge- setze ist das Überleben; jeder Mensch nimmt in Besitz, was immer er kriegen kann, sogar das Leben eines anderen Menschen. Er argumentierte, dass der Mensch in seinem Natur- zustand ein Wolf für andere Menschen („homo homini lupus“) sei und die Menschen folg- lich einen „Krieg aller gegen alle“ („bellum omnium contra omnes“) führen.39 Die Vernunft zeigt den Menschen auf, dass diese Zustände zu einer gegenseitigen Zerstörung führen (Gegensatz zum Überleben) und leitet sie dazu, Sozialverträge zu schließen, die einen per- manenten Krieg vermeiden. Das Ziel dieser rationalen Entscheidung ist es, aus den Kriegs- zuständen herauszukommen und auf dem Fundament von Gesetzen den Frieden zu sichern und vereinbarte Verträge zu respektieren. Durch diese rationale Entscheidung realisieren die Menschen, dass die Freiheit des Einzelnen nicht unbegrenzt, sondern notwendig durch die Freiheit der Anderen begrenzt ist. In diesem Fall stimmen die Teenager in der dritten Episode darin überein, den Platz gemeinsam zu benützen, ihn sich zu teilen und sich gegenseitig zu beschränken. Das kann als Form eines Sozialvertrags verstanden werden. 39 Hobbes, Thomas: Leviathan. Hg. Fetscher, Iring, Edition Suhrkamp, Frankfurt/Main 1994.
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Reflexiver Kosmopolitanismus Entwicklung einer Forschungsgemeinschaft durch den philosophischen Dialog
Titel
Reflexiver Kosmopolitanismus
Untertitel
Entwicklung einer Forschungsgemeinschaft durch den philosophischen Dialog
Herausgeber
Ediciones La Rectoral
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-SA 4.0
Abmessungen
21.0 x 29.7 cm
Seiten
190
Kategorien
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