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Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
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Freundes, eineHürde, an der auchDichter wie Hans Carossa (1878–1956) oder dieBrüderHeinrichundJuliusHart (1855–1906bzw.1855–1930)scheiterten.144 Schaukal berief sich bei seiner Kontaktaufnahme nun auf Hofmannsthal, der ihm die Adresse Kleins habe zukommen lassen. Tatsächlich stand er zu dieser Zeit mit Hofmannsthal in Kontakt, wie aus Schaukals Briefwechsel mit Arthur Schurig ersichtlichwird. Schaukalwar demnach imBesitz vonmindes- tensdrei Briefendes gleichaltrigenDichters, die Schurig einzusehenbat, da er HofmannsthalsSchriftbild füreinengeplantenEssaystudierenwollte.145 Indes ebnete dieNennungHofmannsthals keineswegs denWeg zumzent- ralenOrgandesKreises, schließlichverbanddenDichter seit derBegegnung in Wien zum Jahreswechsel 1891/1892 ein schwieriges Verhältnis mit Stefan George. Klein bedankte sich für die lyrischen Sendungen und begründete die Absage folgendermaßen:„[Z]umAbdruck fürdie ‚Blätter fürdieKunst‘pflegen wir nur solcheDichter zubringen, dienochnicht odernichtmehr in jenenbe- kannten Kunst- und Schönheitswidrigen modernen Veröffentlichungen ihre Museanbotenoderanbieten.“146 IndieserAblehnung liegtdasgesamteDilemmadesumAnerkennungund li- terarischeTeilhabebuhlenden jungenSchaukal.Zwarbrachteersich früh imFeld der Literatur einund setzte sichunentwegtmit der Stilfindungund (seiner) dich- terischen Einzigartigkeit auseinander. Doch immer wieder wurden seine Werke von den für ihn entscheidendenAkteuren als Imitation, seine Lyrik als ‚modern‘ undseinePoetikalszubeliebigundgefälligabgekanzelt.SounterbandenCarlAu- gustKleinundauchHermannBahrSchaukalsAnschlussbemühungenanzweibe- deutendeGruppierungenderdeutschsprachigenModerne,andasJungeWienund andenGeorge-Kreis. Vor allemder letztgenannte Zirkel dürfte ein Sehnsuchtsort für Schaukals Dichterambitionen gewesen sein, wie Christian Oesterheld mit Bezug auf die unveröffentlichtenBriefe anKleinherausarbeitet.147Ungewöhnlich liest sichdiebeinahedevoteHaltungdesseineAnliegenansonstenungestümvor- bringendenDichters. Als letzteMaßnahme glich Schaukal seine Handschrift der imGeorge-KreisverbreitetenKalligraphieanundverzichtetemitAusnahmederEi- gennamenaufGroßschreibung. ImHerbst 1897 bekannte er in beinahe religiöser 144 Vgl.AchimAurnhammeru.a. (Hg.): StefanGeorgeundseinKreis. EinHandbuch.Berlin/ Boston2016,S.837. 145 Vgl. dieBriefe Schurigs anSchaukal, vor allem jene vom7.Dezember, 12. Dezemberund 14.Dezember1906,S-NL,WB. 146 BriefKleinsanSchaukal,Oktober1897,S-NL,WB. 147 Vgl.Oesterheld:SchaukalundderGeorge-Kreis. 128 III Schaukal inNetzwerkenundFeldernderModerne
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Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Titel
Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Autor
Cornelius Mitterer
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-061823-5
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
312
Kategorien
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