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Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
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stehend– liebe, schlichteWiesenblumen.“174 Die florale Symbolikwar,wie auch das Gartenmotiv, bei Kritikern und Schriftstellern des Jugendstils en vogue und prägteauchSchaukalseigenesessayistischessowie lyrischesSchaffen. ZuBeginndes 20. Jahrhundertswurde seinWerk, vor allemaber seine streit- barePersönlichkeit zunehmendGegenstand in einer dermeistgelesenenundein- flussreichstenZeitungenÖsterreichs,derNeuenFreienPresse.175 StefanZweig,mit demSchaukal ein schwierigespersönlichesVerhältnis, aberaucheineproduktive ZusammenarbeitalsÜbersetzerverband,war imMärz1907 ineinerRezensiondes NovellenbandesErosThanatoszunächstvolldesLobes.DasKünstlertemperament sei darinendlichzumDurchbruchgelangtundder„Dichter“habeden „Artisten“ überwältigt.Diesmache sichvor allem inderNovelle „DieSängerin“bemerkbar, die Zweig schlichtweg „superb“ fand. Im zweiten Teil der Rezension bezeichnete erEros Thanatos alsWerk einer zwar talentierten, aber zwiespältigenDichterper- sönlichkeit.Schaukalbescheinigteer ein nicht zur Harmonie gewordenes, wunderbar reiches Können, dem es irgendwie ver- sagt ist, sich in seiner ganzen Fülle geeinigt auszuströmen. Noch immer ist Richard Schaukalbedeutenderals seineBücher,noch immergibtniedaseinzelneWerk, sondern nuralle zusammendenUmriß seiner vielseitigenKunst.Das einzelneWerk löstnie reine Befriedigungaus, sondernreizt immermitMängelnundVorzügenzurDiskussion,zwingt stets zu kritischer und oft ärgerlicher Auseinandersetzung.Was aber gleichzeitig am si- cherstenbeweist, daßSchaukal eine durchaus eigenartige Persönlichkeit ist, gleich reiz- voll in ihrer Veränderlichkeit wie in ihrer sich selbst getreuen Beharrlichkeit der Kunst bedeutsam– interessant,weil einedichterischePersönlichkeit, oder einePersönlichkeit, weil inallen ihrenEmanationen interessantundbezwingend.176 Einen ähnlichen personenzentrierten Standpunkt nimmt im selben Jahr die ebendortveröffentlichteBalthesser-RezensionvonOttoHauser (1876–1944)ein. Der vonTheodorHerzl geförderte Schriftsteller undÜbersetzer177 verfolgteund kommentierte Schaukals literarischenWerdegang in der Neuen Freien Presse seit 1904.178 Schaukal habe seine Pose sowie die Nachahmung literarischer 174 RudolfHolzer:NeueösterreichischeLyrik. In:WienerAbendpost. Beilage zurWiener Zei- tung,Nr. 55/1902 (7.März1902),S.7–8,hierS.7. 175 Die vermutlich früheste Rezension in derNeuen Freien Presse bespricht Schaukals Inté- rieurs; vgl. a. d.: „Intérieurs ausdemLebender Zwanzigjährigen“. VonRichard Schaukal. In: NeueFreiePresse,Nr. 13297 (1.September1901),S. 24. 176 StefanZweig:LiterarischeNotizen. In:NeueFreiePresse,Nr. 15304(31.März1907),S.83. 177 Vgl. [Anon.]: [Art] Hauser Otto. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL).Bd.2.Wien1959,S. 220. 178 Vgl. OttoHauser: Richard Schaukal. „Vorabend“. In: Neue Freie Presse, Nr. 14136 (3. Ja- nuar 1904), S. 36–37; Hauser: Richard Schaukal. „Literatur“und „Giorgione“. In: Neue Freie Presse,Nr. 15277 (3.März1907),S. 37. 3 SchaukalalsObjektderKritik 135
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Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Titel
Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Autor
Cornelius Mitterer
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-061823-5
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
312
Kategorien
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