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Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
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Umdas Jahr 1901 tratensie für einnichtnäher ausgeführtesÜbersetzungs- projektmiteinander inKontakt, vermutlichhandelte es sichumdenBandPaul Verlaine: Gedichte. Eine Anthologie der besten Übertragungen, der 1902 unter Beteiligung Schaukals bei Schuster & Löffler in Berlin verlegt wurde.201 Zweig arbeitete zu dieser Zeitmit Dichtern undÜbersetzern zusammen, die zumTeil auch zu Schaukals Bekanntenkreis gehörten,wie ein Brief anRichardDehmel vomApril 1902zeigt: Ichwill nun–dadiemeistenGedichtemehrfachübersetzt sind– immerdie besten für einen schmalenbilligenBandwählen,derDeutschlanddenwesensverwandtestenaller französischenDichter inannähernderVollkommenheit repräsentieren soll.Dazubedarf ich aber der ZustimmungderDichter undwendemich vor allemanSie, sehr verehrter Herr Dehmel, als den berühmtesten und besten unserer Übersetzer. Sonst nehme ich noch in Aussicht: Franz Evers, Richard Schaukal, Max Bruns, Johannes Schlaf, Paul Wiegler, Hedwig Lachmann, OttoHauser und vielleicht noch den einen oder anderen, aberwiebereitsgesagt, stetsnurdasBestedesBesten.202 Im selben Jahr gab Zweigmit Camill Hoffmann, der ebenfalls mit Schaukal in Kontakt stand und ihn für dieMimi-Lynx-Übertragung an den tschechischen ÜbersetzerHugoKosterka (1867–1956) vermittelt hatte,203 einendeutschsprachi- genBaudelaire-BandbeiSeemann inLeipzigheraus.UndHermannHesseberief sichaufZweigs„Landsmann“,alsermit ihminVerbindungtrat.204Zweigwiede- rum rühmte im Februar 1902 gegenüber Hesse seine Büchersammlung, die unter anderem Widmungsexemplare von Schaukal enthalte, und beendete denBriefmit einerwertschätzendenBemerkung, in der Schaukal indes nicht gutwegkommt: Haben Sie einmal in IhremLeben eine trübe Stunde, da Sie sich ängstigen, ob Ihr Lied undLebennichtohneNachhallverrauscht, so lassenSiesichaufrichtendurchdieGewiß- heit, daß Sie einemmehr gegeben haben als viele in DeutschlandVielgenannte–mehr wieFalke,Hartleben,Schaukal,Bierbaumetc. etc.–nämlich IhremSie inherzlicherVer- ehrungbegrüßendenStefanZweig.205 201 Eine Korrespondenz aus jener Zeit findet sichweder imSchaukal-Nachlass in derWien- bibliotheknoch imNachlassStefanZweigs imLiteraturarchivSalzburg. 202 Brief Zweigs an Dehmel, 7. April 1902, in: Knut Becker u.a. (Hg.): Stefan Zweig: Briefe 1897–1914.FrankfurtamMain1995,S.40. 203 Vgl.dieBriefeCamillHoffmannsanSchaukal, 11.Oktober 1904und2. Januar 1905,S-NL, WB. 204 Brief Hesses an Zweig, Januar 1903, in: Volker Michels (Hg.): HermannHesse – Stefan Zweig:Briefwechsel.FrankfurtamMain2006,S.7. 205 Brief ZweigsanHesse, 2. Februar 1902, in:Michels (Hg.):HermannHesse–StefanZweig: Briefwechsel,S. 11. 142 III Schaukal inNetzwerkenundFeldernderModerne
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Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Titel
Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Autor
Cornelius Mitterer
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-061823-5
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
312
Kategorien
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