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Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
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kann. Nur daß diese eine würdige wird, ist nunmeine Sorge undMühe, die mich auch dringlichverpflichtet,SienochmalsumIhreBeteiligungzubitten.208 DaraufhinverfassteSchaukal eineaufwendigeAbsage indreihandschriftlichen, einer maschinengetippten sowie einer auf offiziellem Briefpapier übertragenen Fassung. Da sich auch diese nicht unterschriebene Letztversion im Nachlass Schaukalsbefindet,ZweigdieAbsageabersichtlicherhaltenhat,handelt essich dabei entwederumeineKopieoderumdas retournierteOriginal.Die akribische Vorgehensweise belegt jedenfalls, dass es sichdabei umkeine gewöhnlicheRe- aktionaufdieAnfrageeineswenigerprestigeträchtigenVerlagshauseshandelte, wiesiebeiSchaukal regelmäßigeinlangten. Indemaufden3.Mai 1914datierten Brief begründete er das Ausbleiben einer Antwort so ironisch wie selbstsicher mit demHinweisdarauf,dass eraufunpersönlicheEinladungennicht reagieren zu müssen glaubte; er wolle nun aber, da Zweig insistierte, seine Ablehnung näher begründen. Erstens sei er enttäuscht, dass die Einladung in Form eines standardisierten Schreibensunddemzufolge auchan eine ganzeReiheweiterer Übersetzer ausgesandt worden sei. Zudem befürchte er, seine Nachdichtungen könntenihrekünstlerischeEigenständigkeitverlieren,wennsie ineinerAntholo- gie erscheinen, ander sich ebendiese anderenDichter beteiligten. Schaukal sah die Einheit durch ein beliebiges Nebeneinander unterschiedlicher Beiträger durchbrochen,wodurchder„tiefereSinnkünstlerischerNotwendigkeit“nichter- fülltwerde. Zudemäußerte er urheberrechtlicheBedenken, daGeorgMüller die Rechte seiner Übertragungen bereits erworben hatte. Nicht zuletzt fürchtete Schaukal–berechtigterweise,wiederweitereSchriftverkehr zeigt–, dassdurch seineBeiträgediezweijährigeSperrfrist fürdieHerausgabeeinereigenenprojek- tiertenVerlaine-Anthologie inKraft trete.209 Schaukals anfängliche Skepsis ist also nicht allein mit einem empfindli- chenKünstlerego zubegründen. SeineEinwändewarenauchästhetischer und vor allemvermarktungsstrategischerNatur. Zweig äußerte am5.Mai 1914 sein BedauernüberdieAbsageundversuchte,mit einer aufSchaukalsHabitusund Mentalität abgestimmtenArgumentation, denDichter doch noch zurMitarbeit zubewegen: SehrverehrterHerrDoktor, ichzögerenicht, zu sagen,dass IhreAbsagemirungemeinbe- dauerlich ist.AnweitereKreiseherantretend, inderAnnahmeundAufnahmeaberaufden engstenbeschränkt,dender relativenVollendung,wolltedieseAusgabedieFrageendgül- tig stellen (viel eher als sie beantworten) ob lyrischeNachbildungüberhauptmöglich ist. SelbstdieGewissenhaftesten,wieRilke,habensichdurchdieseAufgabediesmalangereizt 208 BriefZweigsanSchaukal, 2.Mai 1914,S-NL,WB. 209 BriefSchaukalsanZweig,3.Mai1914,S-NL,WB. 144 III Schaukal inNetzwerkenundFeldernderModerne
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Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Titel
Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Autor
Cornelius Mitterer
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-061823-5
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
312
Kategorien
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