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Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
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IchhabemitdemI.V. [Insel-Verlag]keinenTerminvereinbart,weil ichnichtabschließe, ohnedaß ichetwaswirklichRepräsentatives fürunseredeutscheSprachculturvonheute sehe. Ich habe keinerlei Honorar mit ihm vereinbart, um immer noch zurücktreten zu können, falls das Resultat mir nicht genügt und die Vollendung und Verantwortung einemandern zu überlassen. Die Zeit ist vorbei, wo ich leicht anDinge herangieng und ichspüredieVerantwortung,dieeinedefinitiveFormungfordert.214 Zweigwiederholte dasAnsuchenumMitarbeit, äußerte dieHoffnung, dassdie Ablehnung keine künstlerischenGründehabe und garantierte, dass er die Ge- dichte sensibel auswählen und auf Schaukal als Urheber dezidiert eingehen werde. Zuletzt stellte er in Aussicht, dass SchaukalsVerlaine „vielleicht dann gesondertalsganzesbeider Insel erscheinen“oder„eineFormnebendergros- senAusgabegefundenwerdenkönnte.“DiesenSatzhatSchaukal rotunterstri- chen,eventuellwarerausschlaggebenddafür,dassderkapriziöseBriefverkehr eineneuerlicheWendungerfuhr.UnterderBedingung,dassdieRechtebei ihm bleiben, zog er schließlich seineAbsage zumzweitenMal zurück. Zweig über- brachte daraufhin die Gegenforderung aus Leipzig: eine eigene Verlaine- Ausgabedurfte–wieSchaukal zuBeginnbereits befürchtet hatte– frühestens zwei Jahre nach der von Zweig bei der Insel herausgegebenen Anthologie er- scheinen. Zugleich versprach Zweig aber, auf Schaukals Nachdichtung geson- dert hinzuweisen, den Text würde er ihm sogar vorab „zur Begutachtung vorlegen.“ErhegekeinenAnspruchaufdas„Monopol“anVerlaine-Übertragun- gen undbefürworte ausdrücklich das Erscheinen von Schaukals selbständigem Übersetzungsprojekt.215DadieVeröffentlichungderGedichtausgabeaufdas Jahr 1915 anberaumt wurde, wäre er ab 1917 „in keinerWeise mehr gebunden. Ich hoffedieVerhandlungen [sind] jetzt abgeschlossen:wiralledrei [auchder Insel- Verleger Anton Kippenberg, CM] sind wohl froh, künstlerische Bemühungen nichtmehrdurchrechtlicheFragengehemmtzuwissen“, soZweig imvermutlich letztenBrief vor Kriegsausbruch, der dasProjekt dannohnehin für sieben Jahre zumErliegenbringensollte.216 Am 7.Mai 1921 nahmZweig erneut Kontakt zu Schaukal auf und erhielt postwendend die Zusage, an der Verlaine-Anthologie mitzuwirken. Dann ging alles sehr rasch, Korrekturbögen wurden trotz des eingeschränkten postalischenVerkehrs, der,wie in denBriefen steht, auf die Einstellungdes 214 BriefZweigsanSchaukal, 25.Mai 1914,S-NL,WB. 215 BriefZweigsanSchaukal, 25.Mai 1914,S-NL,WB. 216 Brief Zweigs an Schaukal, undatiert, S-NL,WB. DieWB datiert den Brief auf 1912, was wohlein Irrtumist.VermutlichstammterausderZeitFrühling/Sommer1914. 4 Übersetzer-undAnthologiennetzwerke 147
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Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Titel
Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Autor
Cornelius Mitterer
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-061823-5
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
312
Kategorien
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