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Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
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ziemlichungünstigenBedingungendenDruck zugesagt habe, einige derweni- gerbekanntenAutorenmüssten jedoch„subscribieren“.238 Die Subskription, also die Übertragung des finanziellen Risikos von Ver- lagsseiteaufdieAutoren (oderprivateFördergeber)hatte sich inderZwischen- kriegszeit zur gängigen Praxis vor allem für die ertragsärmere Gattung Lyrik entwickelt. Der Kunsthistoriker und Geschäftsführer des Krystall-Verlages, Franz Juraschek(1895–1959),erläutertdieseunternehmerischeVorgehensweise folgendermaßen: die Autoren sicherten dem Verlag Vorausbestellungen auf ihreWerkezu, die 2/3 der Verlagskosten– die Verlagsregie nicht gerechnet– deckenmußten.Wer die SchwierigkeitenLyrik zuvertreibenkennt,weiß, daßdieseVerlagstätigkeit nicht aufGe- winn bedacht war, sondern einerseits einer kulturellen Aufgabe dienen sollte, anderer- seits den Namen des Verlages bekanntzumachen berufen war. Beides ist in gewissen Grenzen, die die schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse der Systemzeit bedingten, auchgelungen.239 InAnbetracht des nicht geringen finanziellenRisikos stimmte Sacher die Liste der Beiträger mit dem in seinen Augen erfahrenen Lyriker Schaukal ab. Von VerlagsseitewurdederHerausgeberwiederumaufgefordert, Gedichte vonOtto Basilaufzunehmen. ImMai 1930wurde die Anthologie schließlich bei der Verlags-Druckerei Jahoda&Siegel in Auftrag gegeben, die bereits in zweiter Generation für die VervielfältigungunddenVertriebderFackelverantwortlichzeichnete.240 NachderVeröffentlichungderLyrik-AnthologiewandtesichSachermitsei- ner Idee, einenDichterzirkel zu gründen, erstmals an Schaukal. In einemmit „Bittestrengvertraulich!“überschriebenenBrief führteerseinePläneaus: Ichgeheebendaran,einenneuenBuchtyp,dasGruppenbuch,zuschaffen.–8 jungöster- reichischeLyriker vereinigensichzueinerdauerndenArbeitsgruppe,die in regelmäßiger Wiederkehr (2 oder 3 Jahre) ihr Gruppenbuch vorlegt [. . .]. In unseremkollektivistischen Zeitalter ist esmitderEinzelgängerei vorbei [. . .].AlsEinzelgängerwarenwir Jungen,wir 30- und 40jährigen, wir verfluchte Kriegsgeneration, einfach zum völligen Untergange verdammt,wirzwischenzweiGeschlechterfolgenbeinaheZerriebenen.241 und Hans Rosenkranz im Berliner Spaeth-Verlag herausgegebene Anthologie jüngster Prosa (1927). 238 BriefSachersanSchaukal, 1.März1930,S-NL,WB. 239 Zit.nachMurrayG.Hall:Krystall-Verlag (Wien-Leipzig). In:Hall:ÖsterreichischeVerlags- geschichte. Bd. 2, 1985. Online: http://verlagsgeschichte.murrayhall.com/?page_id=348 (zu- letztaufgerufenam31. Juli 2019). 240 Vgl.denBriefSachersanSchaukal, 22.März1930,S-NL,WB. 241 BriefSachersanSchaukal, 12. Juli 1930,S-NL,WB. 4 Übersetzer-undAnthologiennetzwerke 153
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Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Titel
Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Autor
Cornelius Mitterer
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-061823-5
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
312
Kategorien
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