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Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
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Es sollte sichdabeinichtumeineAnthologieoder einenAlmanach imengeren Sinnehandeln.DieBeiträgerwürdenmehrRaumerhalten,um in längerenAb- ständen, dafür aber regelmäßig, ein geeignetes Publikationsorgan zur Verfü- gung gestellt zu bekommen. Sacher bezeichnete folgende acht Personen als Gruppenmitglieder: Wilhelm Franke (1901–1979), Josef Kalmer (1898–1959), TheodorKramer (1897–1958),ErikaMitterer (1906–2001),HansB. (konntenicht ermittelt werden), Friedrich Sacher (1899–1982), Wilhelm Szabo (1901–1986) undJuliusZerzer (1889–1971).242 Der erwähnten Anthologie junger Lyrik aus Österreich (1930) folgten dann Dichtungen inniederösterreichischerMundart (1931),DieneueLyrik inÖsterreich (1932), schließlichDieGruppe.NeunLyrikerausÖsterreich (1932), eineAntholo- gie, diebereits imTitel aufdenGruppencharakter verweist, sowie zuletztZwölf LyrikerausÖsterreich (1935). ImweiterenUmfeld der Sacher-Krystall-Gruppepublizierten außerdemPaula Ludwig (1900–1974) und Rudolf Henz (1897–1987). Sacher versicherte Schaukal, dassernur jeneLyriker fürdieAnthologienberücksichtige,diedieserbefürwortet, underbat ihnumeinweiteresNachwort fürdasGruppenbuch. Ein erstes Zusammentreffen des literarischen Zirkels sollte imHerbst 1930 stattfinden, Schaukal war zur Inauguration des Dichterkreises eingeladen.243 Doch schonam26.November 1930 teilte Sachermit, dass er dieGruppeaufge- löst habe, da derGemeinschaftsgedankenicht funktioniere. Anscheinend ging derEntschlussaufSchaukalsRatschlagzurück,Sacherbedanktesich jedenfalls fürdieEmpfehlung.244Dassnoch 1932dieAnthologieDieGruppe.NeunLyriker aus Österreich erschien, könntemit einer verzögerten Produktion des Verlags zusammenhängen. Das Engagement vonKrystall für dezidiert junge Lyrik aus Österreichwar ausökonomischerSichtnichtsehrertragreich.Literaturhistorischbetrachteter- laubtdasaufAnthologienspezialisierteVerlagshausabereinenbemerkenswer- ten Blick auf die lebendige österreichische Lyrikproduktion der 1930er Jahre undaufdieBestrebungeneiner literarischenGruppenkonstituierung imUmfeld RichardSchaukals.Dassdieser sichnicht imMittelpunkt einerKünstlergruppe positionieren (lassen) wollte, zeigt die Zurückhaltung gegenüber Sacher, dem erschließlichdieAuflösungseines lyrischenKreisesnahelegte. Der jüngereSchriftsteller FriedrichSchreyvogl (1899–1976)hatte schon 1926 mit Schaukals strengemUrteil gehadert, das der Jugend keine Zugeständnisse 242 Vgl.denBriefSachersanSchaukal, 12. Juli 1930,S-NL,WB. 243 Vgl.denBriefSachersanSchaukal, 25.August 1930,S-NL,WB. 244 Vgl.denBriefSachersanSchaukal, 26.November1930,S-NL,WB. 154 III Schaukal inNetzwerkenundFeldernderModerne
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Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Titel
Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Autor
Cornelius Mitterer
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-061823-5
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
312
Kategorien
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