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Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Seite - 168 -
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an.Kralik versicherte Schaukal 1920auf dessenNachfrage, einFeuilletonüber ihn inderReichspostveröffentlichen zuwollen,299was sichaber offensichtlich zerschlug. Erst 1926 publizierte ein Autor mit dem Pseudonym ‚X.Y.Z.‘ in der Reichspost eine „Studie“ über Schaukal.300 Schon zwei Jahre zuvor war seine Person anlässlich seines fünfzigsten Geburtstages von seinem Kontaktmann ausdemböhmisch-mährischenNeuromantik-Netzwerk, JohannČerny, imBlatt gewürdigtworden.301 Schaukal selbst publizierte keine Beiträge in derReichs- post, doch die Zeitung erwähnte ihn in den 1920er Jahren regelmäßig undbe- sprachseineWerkepositiv. Im katholisch-konservativenNetzwerkWienswar Schaukal als Vortragen- der, etwa für den Verband österreichischer Schriftsteller und Schriftstellerin- nen,wie auchalsBeiträger für die einschlägigePresse aktiv. Sohielt er am22. und 29. März sowie am 5. April 1930 im erzbischöflichen Palais Dichterlesun- gen.Diese fandenaufVeranlassungvonKardinal Piffl statt, der zwischen 1913 und 1932Präsident der Leo-Gesellschaftwar.302 „DerDichter, der sichnur sehr selten inderOeffentlichkeit vernehmen läßt“, lese amerstenAbendProsa, am zweitenLyrikundzuletztausGoethesFaust, sodieAnkündigung inderReichs- post.303 Auch dieWiener Zeitung berichtete über einen der selten gewordenen öffentlichenAuftritte Schaukals,wobei vor allemseinePerson imZentrumdes Artikels stand:„RichardSchaukalsPersönlichkeit entspricht [ . . . ]derkünstler- ischenWesensart derWerke; auch ihm selbst ist einsame, für sich stehende, fastherbeundabweisendeArt angeboren.Wie seineSchriften, repräsentiert er selbstAdelstyp.“Schaukal sei ein feiner, aberkeinwirkungsvollerVorleser, al- lerdingsentbehreder improvisierendeVortragsstil nicht einergewissen„geisti- genIntensität.“304 Eine sowohl literarische als auch ideologisch-politische Verbindung be- stand,wieerwähnt, zuFriedrichSchreyvogl,der seit 1924der literarischenSek- tion der Österreichischen Leo-Gesellschaft vorstand und als ihr Obmann auf Kralik folgte.ErstandmitdemDichter füreinenam21.März1933abgehaltenen Leseabend inKontakt, der imSaal desÖsterreichischenBüchereiverbandes im 299 Vgl.PostkarteKraliksanSchaukal,9.Oktober 1920,S-NL,WB. 300 Vgl.X.Y.Z.:RichardSchaukal.EineStudieübereinösterreichischesDichterschaffen. 301 Černy:RichardSchaukal.Zuseinem50.Geburtstage,S.5. 302 Vgl. Czeike: [Art.] FriedrichGustav Piffl. In: Historisches LexikonWien. Online: https:// www.geschichtewiki.wien.gv.at/Friedrich_Gustav_Piffl (zuletztaufgerufenam31. Juli 2019). 303 [Anon.]: Vorlesungen von Richard v. Schaukal. In: Reichspost, Nr. 70/1930 (21. März 1930),S.5. 304 E. R.: Theater und Kunst. Vorlesung Dr. Richard Schaukal. In:Wiener Zeitung, Nr. 73/ 1930(28.März1930),S. 5. 168 III Schaukal inNetzwerkenundFeldernderModerne
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Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Titel
Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Autor
Cornelius Mitterer
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-061823-5
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
312
Kategorien
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