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Arnim(1859–1931), JosefBick(1880–1952),EmilWohlgemuth,WilhelmHaas,Ru-
dolfAckermann,AloisEssigmann,ViktorPelz,HermannHefele (1885–1936),Ru-
dolf Huch, Hans Vaihinger (1852–1933), Adolf Vetter, Josef Khoss von Sternegg
(1862–1931), Rudolf Holzer undKarl Klammer (1879–1959). Sitz der Gesellschaft
war dieNationalbibliothek, Reklame sollte nurmündlich verbreitetwerden. Zur
Zeit der Gründung bestand die Gesellschaft aus 200Mitgliedern und fünf Stif-
tern.314 In einer auf dasGründungsjahrdatiertenPostkarte derGesellschaft sind
zudemnochAlfred Kubin, Josef Grünfeld, Hans vonMüller und Paul Schultze-
Naumburg (1869–1949) verzeichnet, später übernahm Josef Nadler (1884–1963)
den Vorsitz. Die Gesellschaft bestand hauptsächlich aus Hof-, Geheim-, Justiz-
undMinisterialräten,wenigerausKünstlern.
Schaukal verfügtedemnachab 1929über einen institutionalisiertenKreis in
Wien,dereineigenesMitteilungsblattherausbrachte,sichfürVortragstätigkeiten
undRundfunklesungeneinsetzteundaufdenSortimentsbuchhandelEinflusszu
nehmen versuchte. Am31. Dezember 1936mahnte die Schaukal-Gesellschaft in
einemöffentlichenAufruf imAnzeiger für denBuch-, Kunst- undMusikalienhan-
del, dass das Sortiment an Schaukal-Werken breiter aufgestellt sein sollte.315
DochdiesozialenVerschiebungennach1918hattenlängstauchdenBuchhandel
eingeholt,wobeidieVerkleinerungderkaufkräftigenKlientelausdemBesitzbür-
gertum durch den sozialen Aufstieg bisher unterprivilegierter Schichten nicht
kompensiertwerdenkonnte.Hinzukamnichtnur ein zurückhaltendesKaufver-
haltenderursprünglichenHauptzielgruppedesBuchhandels, sondern auch ein
verändertes Leseverhalten. Immerweniger Vertreter desKleinbürgertums konn-
tensichHaushaltshilfen leisten,wasdieFreizeitaktivitätLeseneinschränkte.316
Die Schaukal-Gesellschaft war in allen Bereichen des literarischen Feldes
tätig und übte Einfluss auf die Produktion, Distribution und Rezeption von
WerkenRichardSchaukalsaus. ZudenKünstlern,diealsMitgliederoderGäste
zur Gründungsversammlung geladen waren, gehörten Maria Delle Grazie
(1864–1931),CarlMoll,OttoStoesslundRichardSpecht (1870–1932).Schriftstel-
ler wie Friedrich Winterholler betrachteten die Gesellschaft tatsächlich als
„Kreis“, demanzugehörensie alsPrivileg empfanden.317DerVereinwar– zum
Teil auch aus politischen Gründen – alles andere als eine Erfolgsgeschichte.
Dies zeigendieSisyphos-BemühungenRichardSchaukals, dervorallemabdem
314 Vgl. [Anon.]:GründungeinerRichard-Schaukal-Gesellschaft. In:WienerZeitung,Nr. 273/
1929 (27.November1929),S.6.
315 Vgl. Schaukal-Gesellschaft: Eine Bitte der Schaukal-Gesellschaft. In: Anzeiger für den
Buch-,Kunst-undMusikalienhandel,Nr. 32/1936 (31.Dezember1936),S. 208.
316 Vgl.Bachleitner/Eybl/Fischer:GeschichtedesBuchhandels inÖsterreich,S. 246.
317 BriefWinterhollersanSchaukal, 25. Juni 1931,S-NL,WB.
5 Vereine,VerbändeundOrganisationen 171
Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
- Titel
- Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
- Autor
- Cornelius Mitterer
- Verlag
- De Gruyter Open Ltd
- Ort
- Berlin
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-11-061823-5
- Abmessungen
- 15.5 x 23.0 cm
- Seiten
- 312
- Kategorien
- Weiteres Belletristik