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Konzeption. Nicht zuletzt wird Schaukal hier als Neuromantiker bezeichnet, da
er sich als Dichter, Philologe und Biographmit der historischen Romantik be-
fasste.Auch für seineVerbindungzuDichtern,KritikernundForschern,die sich
mit ähnlichen literaturhistorischen und ästhetischen Themen beschäftigten,
spieltedieRomantik (undzumTeilauchdieAblehnungeinerNeuromantik)eine
wesentlicheRolle.
7.1 Wahlverwandtschaften:E.T.A.HoffmannalsVerbindungzuKubin
Richard Schaukal war mit einem Gutteil der um 1900 etablierten E.T.A.-
Hoffmann-Community bestens vernetzt. Er stand mit dem Literaturwissen-
schaftler Georg Ellinger (1859–1939) sowiemit demHerausgeber der unvollen-
det gebliebenen historisch-kritischen Ausgabe von Hoffmanns Werken, Carl
Georg von Maassen (1880–1940), in Verbindung. Darüber hinaus korrespon-
dierte Schaukalmit vielenweiterenHoffmann-Expertenwie HansDahmen,330
ErwinKroll (1886–1976),331 FelixHasselberg,332 FriedrichSchnapp (1900–1983)
333 sowie– bis kurz vor Ausbruch des ErstenWeltkrieges– JohannČerny, der
Schaukal immerwiederanregte,eineHoffmann-Biographiezuverfassen.334
DerMalerundSchriftstellerAlfredKubin,mitdemSchaukalübervier Jahr-
zehnte eine intensive Korrespondenz führte, bezeichnete in seiner autobiogra-
phischenSkizzemeinesLebens (1926)HoffmannsphantastischeGeschichtenals
maßgebliche Inspirationsquelle für seine düsteren Illustrationsentwürfe.335
Kubinwarseit circa1901mitdemHoffmann-ForscherHansvonMüllerbefreun-
det, vermutlich haben sie sich anlässlich einer zwischen Dezember 1901 und
Februar 1902 imSalonvonPaulCassirer gezeigtenAusstellungkennengelernt,
dieunteranderemauchBilderdeszudieserZeit inMünchenlebendenKünstlers
330 SieheetwaHansDahmen:E.T.A.HoffmannsWeltanschauung.Marburg1929.
331 SieheetwaErwinKroll: E.T.A.HoffmannsmusikalischeAnschauungen.Königsberg 1909;
sowieKroll:E.T.A.Hoffmann.LebenundWerk.Leipzig1923.
332 Siehe etwaFelixHasselberg:Hoffmannals Kammergerichtsrat. In:MitteilungendesVer-
eins fürdieGeschichteBerlins,39. Jg. (1922),S.63–64.
333 SchnappwargemeinsammitHansvonMüllerHerausgeber vonHoffmannsBriefwechsel;
siehe E.T.A. Hoffmann: Briefwechsel. 3 Bde. Gesammelt und erläutert von Hans vonMüller
undFriedrichSchnapp.München1967–1969.
334 Vgl.Mühlher:UngedruckteBriefeJohannČernysanRichardSchaukal,S. 178undS.180–181.
335 Vgl.Marquardt u.a.:Hoffmanns literarischeRezeption, S. 563.Auchmit demMaler,Gra-
phikerundDichterHannsMeinke (1884–1974)verbandSchaukaldieVorliebe für religiösePo-
esieundE.T.A.Hoffmann.DerBriefwechselmitGraphikenbefindetsich imS-NL,WB.
7 PositionenundNetzwerkederNeuromantik 177
Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
- Titel
- Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
- Autor
- Cornelius Mitterer
- Verlag
- De Gruyter Open Ltd
- Ort
- Berlin
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-11-061823-5
- Abmessungen
- 15.5 x 23.0 cm
- Seiten
- 312
- Kategorien
- Weiteres Belletristik