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Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
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GedichtGedankennichtenthaltendürfe. Ichhabe ihmtrotzdemeinigedeinerGedichtevor- gelesen.Langehielt er standu.bliebablehnend.Alsaber„Myrrhen“andieReihekam,da gestand er: Ja! Jetzt hat esmich überlaufen! Ja, das ist eine Dichterin!381 Zur Belohnung bekommt erDeineGedichte. Dir schicke ich seinen letztenBand, u. sagenmuß ichnoch, daßereinwohlerzogener,netterMenschist.Fürsehrgescheithalte ich ihnnicht.382 Mit dem Vermerk, es handle sich bei Schaukal um einen „[H]ochmodernen“, legte Ebner-Eschenbach dessen „Notiz“, also denVerriss des jungenKritikers, demBriefanJosephineKnorrbei.383 Trotz der ästhetischenwiepersönlichen InterferenzenundobwohlMarie von Ebner-Eschenbach,diekeineökonomischenwiesymbolischenProfilierungsbestre- bungenimliterarischenFeldmehrverfolgteundwederals literarischeInformantin nochalsVermittlerinfürSchaukalvonNutzenwar,bliebderKontaktbestehen.Die gesellschaftlicheAnbindungalsSelbstzweckgenügtedemAdelsaspiranten.DieZu- gehörigkeit zum Kreis der Ebner-Eschenbach erbrachte kulturelles wie prestige- trächtigessozialesKapital,wiesichimErinnerungsbuchGroßmutterausdrückt,das nicht nur Schaukals leiblicher Großmutter, sondern auch der geistesverwandten Dichteringewidmetist.384 7.4 DiePragerNeuromantiker Die Prager Neuromantiker spielten vor allem für die literarische Hoffmann- RezeptioneinewesentlicheRolle,war ihreStadtdochals literarischeProjektions- fläche prädestiniert für den aus dem nachtseitigen Antirationalismus heraufbe- schworenenmagischen,groteskenundphantastischenThemenkreis.385 In Schaukals Nachlass finden sich neben Korrespondenzenmit Rilke und Brod auch Briefwechsel mit Mitgliedern des erweiterten Prager Kreises, mit Camill Hoffmann, OskarWiener und Karl Brand (1895–1917). Mit GustavMey- rink (1868–1932)bestandüberKubineineVerbindung, sie,KubinundMeyrink, 381 In einer Anmerkung schreibt Ebner-Eschenbach amunteren Briefrand: „[I]n seinemWi- derstandzuwackelnhaterangefangenbei ‚LilienundSchwäne‘.“ 382 Brief Ebner-Eschenbachs an Knorr, 16. August 1903, in: Tanzer u.a. (Hg.): Marie von Ebner-EschenbachundJosephinevonKnorr:Briefwechsel 1851–1908,S.568. 383 Brief Ebner-Eschenbachs anKnorr, 11.Mai 1903, in: Tanzer u.a. (Hg.):Marie vonEbner- EschenbachundJosephinevonKnorr:Briefwechsel 1851–1908,S.578. 384 Im Kapitel „Erwachen der Seele“ beschreibt Schaukal seine Begegnung mit Marie von Ebner-Eschenbach.Vgl. Schaukal:Großmutter. In:WE.Bd. 1:Kindheitund Jugend.München/ Wien1965,S. 112–193,hierS. 121–123. 385 Vgl.Marquardtu.a.:Hoffmanns literarischeRezeption,S.569. 7 PositionenundNetzwerkederNeuromantik 187
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Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Titel
Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Autor
Cornelius Mitterer
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-061823-5
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
312
Kategorien
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