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Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
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ImeinzigenerhaltenenAntwortschreibenSchaukalsanRilke,vondemaller- dings nicht klar ist, ob es in dieser Form oder überhaupt nicht abgeschickt wurde, teilte er seineEnttäuschungüberdie „tonlose“Rezensionmit, zumal sie von einem der wenigen Dichter stammte, „die mir seelisch etwas zu sagen haben.“400Am17.November 1907 fandeinTreffender beidenDichter statt,wie die letztenerhaltenenBriefedokumentieren,danachtrenntensich ihreWege.401 Gemeinsame identitätsstiftendeAktionenwiedieOrganisationundderBe- such des Liliencron-Abends, übereinstimmende künstlerische Vorlieben und dasgegenseitigeVerfassenvonKritikensindalsodieKanten, die zwischenden Akteuren eine Verbindung herstellen und sie zu einem Netzwerk zusammen- schließen. Zu den der Netzwerkstruktur entspringenden Interessen zählt die SteigerungallerKapitalsorten. EinBeispiel dafür,wie Schaukal auf derBasis einer ähnlichenUmweltund ähnlicher Kognitionen literarischen Anschluss suchte, ist der Briefwechsel mit Franz Blei. Blei war zur Zeit der Kontaktaufnahme Schaukals (20. Mai 1900) inMünchenalsRedakteurderZeitschriftDie Insel tätig.Sie tauschtensichunter anderemüber ästhetische Themen aus (Kognitionen), etwa über Stefan George und denAutor phantastischer Literatur Paul Scheerbart (1863–1915),402 außer- demübergemeinsameBekanntewiedenbereitsgeanntenHansvonMüller,der den Insel-LesernHoffmannnäherbrachte und an einer EditionderKreislerfrag- mente arbeitete, die dann im Insel-Verlag erscheinen sollte. In diesem Zusam- menhang erwähnte Schaukal gegenüber Blei auch seine eigenen Pläne, sich Hoffmanneditorischundbiographischzuwidmen, einVorhaben,das später zu Spannungen zwischen demDichter und demKreisler-Herausgeber führte. Aus denBriefengeht hervor, dass sichSchaukal nachMüllersReputationals Philo- loge erkundigte,woraufBlei denBerlinerHoffmann-Forscher alsMenschenbe- zeichnete,der„alleshat,demAndenkenHoffmannsnichtzuschaden.“403 Für Schaukal war der Kontakt zumRedakteur der Insel ertragreich. 1900 brachtedieZeitschrift denEssayüberVelázquezundzwei Jahre später sieben eigene Gedichte und vier Lyrikübertragungen aus dem Französischen. Der 400 BriefSchaukalsanRilke,undatiert,S-NL,WB. 401 Vgl.dieBriefeRilkesanSchaukal, 15.Novemberund16.November 1907 (der letzteerhal- teneBrief),S-NL,WB. 402 Vgl.dieBriefeBleisanSchaukal, 7.Mai 1902und10.Mai 1902,S-NL,WB. 403 Brief Bleis an Schaukal, 10. Mai 1902, S-NL,WB. Die Kreislerfragmente erschienen, wie erwähnt, 1903bei Insel unter demTitelDasKreislerbuch. Texte, CompositionenundBilder von E.T.A.Hoffmann. 7 PositionenundNetzwerkederNeuromantik 191
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Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Titel
Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Autor
Cornelius Mitterer
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-061823-5
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
312
Kategorien
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