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Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
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Mitherausgeber Otto Julius Bierbaum besprach im Doppelheft April/Mai des Jahres1902SchaukalsVonTodzuTod,PierrotundColombinesowieVorabend.404 Obwohldie InselzudenwichtigstenZeitschriftender literarischenModerne gehörte, erschien sie lediglich in drei Jahrgängen und stellte ihr Erscheinen, wie erwähnt, bereits 1902wieder ein. Blei klagte über Finanznöte und erkun- digte sich bei Schaukal am 30. April halb ironisch, halb hoffend, ob er nicht „Förderer“ kenne, die 10.000Mark spendenwollten, umdie 400Abonnenten der Inselweiter beliefern zu können; er berichtete außerdem, dass Bierbaum die Inselverlassenwerde,umimOktober1902denbelletristischenTeilderWie- nerZeitzuübernehmen.405 MitdemEndederZeitschrift verlorSchaukalaucheinewichtigeundpresti- geträchtige Publikationsmöglichkeit. Sich über Bierbaum dauerhaften Zutritt zurZeitzuverschaffen,warnichtmöglich;bereits 1897warSchaukalbeimMit- herausgeber und Leiter des Kunst- und Kulturressorts Hermann Bahr auf ein- deutigeAblehnunggestoßen.406 Immerhin profitierte Schaukal von Bleis Kontakten zum Insel-Verlag, der aus der gleichnamigen Zeitschrift hervorgegangen war. In einem Brief vom 3.Mai 1902deutetderRedakteuran,dassVerlagsleiterRudolf vonPoellnitzauf SchaukalsLyrik aufmerksamgewordensei.407 Zwei Jahre später veröffentlichte Schaukal in dem renommierten Verlagshaus die Erzählung Mimi Lynx und einen Band Ausgewählte Gedichte. Doch im darauffolgenden Jahr verstarb Poellnitz und Anton Kippenberg (1874–1950) übernahm die Geschäftsleitung. Trotz einer Reihe vonweiteren Fürsprechern sollten diese beiden die einzigen imInsel-VerlagveröffentlichtenWerkebleiben. Dass Schaukals literarisches Schaffen zwischen 1900und 1904derart pro- duktiv und erfolgreich war, hing unzweifelhaft mit der günstigen Netzwerk- struktur zu einflussreichen Redeakteuren und Verlegern zusammen. Als sich dieKonstellationunteranderemauchwegenäußererUmständeänderte,wirkte sich dies negativ auf Schaukals Handlungen im literarischen Feld aus und führtezuVerlustenankulturellemundsymbolischemKapital.Docheswärezu kurzgegriffen,SchaukalsstagnierendenunddannrückläufigenErfolg lediglich auf die Netzwerkstruktur zurückführen zuwollen. Sein aggressives Netzwerk- verhalten, das zunehmend antisemitisch aufgeladenwar, löste Befremden aus 404 Vgl. Otto Julius Bierbaum: Von Tod zu Tod und andere kleine Schriften von Richard Schaukal. In:Die Insel, 3. Jg.,H.7–8(April/Mai 1902),S. 196–198. 405 BriefBleisanSchaukal,7.Mai 1902,S-NL,WB. 406 SiehedieAusführungen imfolgendenKapitel. 407 BriefBleisanSchaukal,3.Mai 1902,S-NL,WB. 192 III Schaukal inNetzwerkenundFeldernderModerne
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Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Titel
Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Autor
Cornelius Mitterer
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-061823-5
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
312
Kategorien
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