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Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
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auf ClaudioMagris als Teil desHabsburgermythos bezeichnen,418 der somit auch alsneuromantischerMythos zuwerten ist.Die rückwärtsgewandteUtopiebirgt in derMystifizierungderaltenDonaumonarchiestädtenichtnur eineästhetischeRe- miniszenz,sondernaucheine ideologischeNote,diebis indie1960er Jahrehinein anhandderTopographie ein sinnstiftendes literarischesWir-Gefühl erzeugte.Nor- bert Langer (1899–1975), völkischer undantisemitischer Literaturhistoriker419 und Mitherausgeber vonBand 4 der gesammeltenWerke Richard Schaukals, ordnete denDichterundseinSchaffeneinemaltösterreichischenKulturraumzu: Wennmanbedenkt,daßderDichterdieganzeKindheitund Jugend inBrünnverbrachte, in der Hauptstadt des KronlandesMähren, das Österreich verlorenging, hatman in den Erinnerungsbüchern Schaukals ein lebendiges Bild dieses Landes, das durch Postl- Sealsfield, Saar und Ebner-Eschenbach für immer in unsere Literatur eingegangen ist: nocheinmal,direkter,ganz imZeichendesAbschieds.420 NachdemErstenWeltkriegwird in der topographischenVerortungderNeuro- mantik-Diskurse besonders deutlich, dass dieser Vergangenheitsbezug nicht nur auf eine Stadt beschränktwar. FägtmandemNetzwerk, in demSchaukal sichbewegte, etwadieKontakte zuHermannHesseundHeinrichMannhinzu, ergibt sich eine ausgedehnte Kartographie, die auch Leipzig, Dresden, Mün- chenunddieösterreichischeoder süddeutscheProvinzalsOrtederNeuroman- tik einschließt. Vor allem der Kontakt zu HeinrichMannwar geprägt von der gegenseitigen Versicherung literarischer Gemeinsamkeiten und Vorlieben für französischeRomaneunddie romantischeEpoche.AusGarda schilderteHein- rich Mann zum Beispiel 1902 seinen Eindruck des an Hoffmann angelehnten Schaukal-DramasVorabend: „Sie habenmir durch IhrenEinakter noch einmal denGenußderRomantikermöglicht, seienSiebedanktdafür.“421 8 WienerNetzwerke EdwardTimmsbezeichnetdie vielfältigenKreisederWienerModernealsKrea- tivzirkel,diezueinembestimmtenZeitpunktundaneinemOrt inrelativgleich- 418 Vgl.Magris, Ilmitoasburgico. 419 Vgl.KarlMüller:LiteraturundKulturdes Judentums inderLiteraturwissenschaftderZwei- tenRepublik. In: JudentumundAntisemitismus.StudienzurLiteraturundGermanistik inÖster- reich.Hg.vonAnneBettenundKonstanzeFliedl.Berlin2003,S.167–188,hierS.175–176. 420 NorbertLanger:DichterausÖsterreich.5.Folge.Wien/München1967,S.83. 421 BriefHeinrichMannsanSchaukal, 17.April 1902,S-NL,WB. 196 III Schaukal inNetzwerkenundFeldernderModerne
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Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Titel
Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Autor
Cornelius Mitterer
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-061823-5
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
312
Kategorien
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