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Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
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bleibender Konstellation zusammengekommen seien. Die lebendige Dynamik ausWissens- undErkenntnistransfer ließe sichdamit begründen, dass dieAk- teure unterschiedlichen Kreisen angehörten. Die Gruppen funktionierten wie „elektromagnetischeNetzwerke“, indenen InformationenundNeuerungenwie ineinemNervensystemschnell dieRundemachten.422DieseMetapher ist aller- dings nicht auf alle Gruppierungen derWienerModerne und ihre Akteure an- wendbar;vorallemdieBegrenzungaufnureinenOrt (Wien)undaufein relativ unverändertes Personengefüge, die Timms als sich überschneidende Kreisgra- phiken darstellt,mag auf bestimmte Zirkel zutreffen, etwa auf die Psychologi- scheMittwochs-Gesellschaft. Doch die Einschränkung auf nur wenige Dichter in einer überschaubaren Größenordnungwird der internationalen Transferdy- namik der künstlerischen Felder um 1900 nicht gerecht. Ein elektromagneti- schesNetzwerkoderNervensystem,aufdasTimmsMetaphorikabzielt, besteht geradeaus einerVielzahl aufmannigfaltigeWeise verschalteterund in ständig wechselnder Hierarchie zueinander stehender Knoten. Federico Celestini und Helga Mitterbauer bezeichnen jenes dynamisch prozessuale Gebilde, in das Vermittlereingebundensind,sogarals„potentiell endlosesNetzwerk“.423 8.1 Jung-Wien/ Jung-Österreich Die Komplexität der Zuweisung von Akteuren an künstlerische Zirkel derMo- derne zeigt sich schonamnicht eindeutig abgrenzbarenKreis literarischer Ge- nerationen in Österreich beziehungsweise in Wien. Schnitzler verwendet in seinemTagebuch sowohl dieBezeichnung Jung-Österreich als auch Jung-Wien fürdieBeschreibung informeller ZusammenkünfteunterschiedlicherPersonen, beiweitemnichtnurvonDichtern.424 Die laut EduardMichael Kafka (1869–1893) sich aus 42 Schriftstellern zu- sammensetzende„JungmannschaftÖsterreichs“ stellte einunterschiedlichgro- ßes, stark variierendes und von diversen Akteuren geprägtes Netzwerk dar.425 AuchSchaukalwurdeundwirdbisweilendieserGruppe, zumindestaber ihrem 422 Timms:DynamikderKreise,S. 16. 423 Federico Celestini undHelgaMitterbauer: Einleitung. In: Ver-rückte Kulturen. ZurDyna- mik kultureller Transfers. Hg. von Federico Celestini undHelgaMitterbauer. Tübingen 2003, S. 11–18,hierS. 13. 424 Arthur Schnitzler verzeichnet am2. April 1890undam26. Februar 1891 in seinemTage- buch Treffen von Jung-Wien beziehungsweise Jung-Österreich; vgl. Arthur Schnitzler: Tage- buch.Bd. 1879–1892.Wien1987,S. 286undS.318. 425 Greve/Volke (Hg.): JugendinWien,S.96undS.98. 8 WienerNetzwerke 197
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Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Titel
Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Autor
Cornelius Mitterer
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-061823-5
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
312
Kategorien
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