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Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
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weiteren Umfeld zugeordnet.426 Hugo Salus etwa meinte 1903: „Ich war vor kurzem inWien, ahnungslos, dass Sie dort wohnen, und Jung-Wien scheint auchvon IhrerÜbersiedlungnochnichts gewußt zuhaben.“427 Vor allemaber sah das österreichische Feuilletonmit Blick auf den Begriff derModerne eine VerbindungzwischenSchaukalundJung-Österreich: Schaukals Buch aber ist durchaus ein Buch des „jungen“Österreich. Ein retrospektives Buchmit sehrvielLiebe fürdieVergangenheitundsehrwenig Interesse fürdie Irrungen- Wirrungen der Gegenwart [. . .]. Es will ein durchaus unmodernes Buch sein; eswendet sichvonderGegenwart und ihrem „Fortschritt“ab [. . .].Das istmehrals bloßeinartisti- sches Moment, es ist der Ausdruck einer Weltanschauung. Schaukals Buch ist ein Be- kenntnisbuchundwendetsichgegenden„GeistderneuenZeit“.428 Noch1905stelltederaufTheodorHerzl folgendeFeuilletonredakteurderNeuen FreienPresseFranzServaes (1862–1947)Schaukal ironischals„unseren jungös- terreichischenLyriker“vor.429 Trotz seinerhäufigauchöffentlichbekundetenDistanzierungvonder ‚Lite- raten-Clique‘verkörperteer vorallemfürdieältereSchriftstellergenerationden Typus des jungen Modernen, wie aus dem Briefwechsel zwischen Saar und Ebner-Eschenbachhervorgeht.430DieAmbivalenz,neueDichtungausderÜber- windung und produktiven Aneignung traditioneller Literaturformen schöpfen zuwollen,wird besonders in Schaukals Saar-Rezension im Litterarischen Echo deutlich (1899/1900).EinigederdaringenanntenBezichtigungenundVorwürfe andie gleichaltrigenDichter fallenaufdenVerfasser selbst zurück.Die jungen Österreicherseien„gebildeteKosmopoliten,verdorbeneNervenknechte, scheue Hermaphroditenoder aufdringliche, unerquickliche Literaten.Viel Snobismus, ekelhaftes Zeitungstum und manieriertes Aufblähen schädigt die verdiente Achtung vor einemeigenartig frühreifenGeschlechte“, das der „experimentie- rende ‚Europäer‘“ Hermann Bahr begründet habe.431 In diese ambivalente 426 DieAusführungen in diesemKapitel basieren auf vomVerfasser bereits veröffentlichten Ergebnissen; vgl. Mitterer: Frühgealtert und spätgeboren. Richard Schaukals Dialogmit dem Dichterkreisdes JungenWien. In:Studia theodisca,Bd.21 (2014),S.45–74. 427 Brief Salus’ anSchaukal, 30.Mai 1903, in:Warum:Briefe einesMährers ausWien indie HeimatundnachBöhmen,S.80,Fußnote54. 428 Karl Hans Strobl: Zwei Bekenntnisbücher österreichischer Dichter. In: Österreichische Rundschau,Bd.7 (Mai– Juli 1906),S. 51–57,hierS. 54. 429 Franz Servaes: LiterarischeNotizen. In: Neue Freie Presse, Nr. 14780 (15. Oktober 1905), S. 36–37, hier S. 37. Auch die neuereWiener-Moderne-Forschung rückt ihn in die Nähe von Jung-Wien;vgl.Lorenz:WienerModerne,S.65. 430 Vgl.Warum:BriefeeinesMährersausWien indieHeimatundnachBöhmen,S.76. 431 Schaukal:EinMeisterderNovelle,S. 1114. 198 III Schaukal inNetzwerkenundFeldernderModerne
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Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Titel
Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Autor
Cornelius Mitterer
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-061823-5
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
312
Kategorien
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