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Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
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ler undWassermann ihre Zusagen für die „Premieren-Abende“ gegeben hät- ten.516 Schaukalbestätigte seineTeilnahmeundstellte einkurzes,unveröffent- lichtes Manuskript zur Verfügung, das Eisenschitz zur Premiere am 8. November 1907 vortragen lassen wollte.517 In der Zwischenzeit ist das für Schaukal störendeSubstantiv ‚Moderne‘ indenTitel zurückgekehrt,dasProjekt wurde zudemumeinenMonat verschobenund sollte als „Moderne-Premieren- Abende“ stattfinden. Eisenschitz erkundigte sichbei Schaukalnachmöglichen Interessenten,andieReklameversandtwerdenkönnte.518 Als erster Aufführungsort wurde der Festsaal des Österreichischen Inge- nieur-undArchitektenvereinsbestimmt.WerkevonDetlevvonLiliencron,Otto JuliusBierbaum,HermannHesse,HugoSalus, FranzKarlGinzkey,Herbert Eu- lenberg (1876–1949), Gustav Falke (1853–1916), Thomas Mair und August Strindberg (1849–1912) waren für die Premiere zusammengestellt worden. Die Schauspielerin Lia Rosen sollte nebenTexten vonRichardDehmel, Schnitzler, Hofmannsthal, Falke, Bierbaum, Salus, Hesse, Richard Beer-Hofmann und Rilke auch ausgewählte Gedichte und Verlaine-Übersetzungen von Schaukal vortragen. Für die RezitationderNovellenauszüge vonThomasMannundvon Liedern Felix Weingartens (1863–1942) und Bogumil Zeplers (1858–1918) war eineweitere, in den Briefen nicht namentlich genannte Sängerin vorgesehen. DerPrologsolltevonHerbertEulenbergverfasstwerden.519 Eisenschitz bot Schaukal an, seineGedichte selbst vorzutragen, da jedoch dieAntwortschreiben andenOrganisator nicht erhalten sind, ist dessenReak- tion unbekannt. Eisenschitz musste das Projekt ohnehinwenige Tage vor der Premiere absagen, dabei trug sein Schreiben vom 6. November bereits den Briefkopf „Moderne-Premieren-Abende, literarisch-musikalische Novitäten“. Wie der Verfassermitteilte, haben dieWiener Theaterdirektoren– Eisenschitz nennt keine Namen – den Schauspielerinnen kurzfristig die Erlaubnis entzo- gen, an der Veranstaltung mitzuwirken.520 Das vielversprechende Vorhaben, für das bereits renommierte Künstler gewonnen werden konnten, wurde da- nachnichtwiederaufgegriffen. Aus dieser kurzen Schilderung der Entstehung eines engagierten künstle- rischen Projekts der Wiener Moderne und seines unwiederbringlichen Schei- terns im letztenAugenblickwird ersichtlich, dass Schaukal spätestensmit der 516 Briefe Eisenschitz’ an Schaukal, 27. August, 1. September und 5. September 1907, S-NL, WB. 517 Vgl.denBriefEisenschitz’anSchaukal,5.Oktober 1907,S-NL,WB. 518 Vgl.denBriefEisenschitz’anSchaukal, 11.Oktober 1907,S-NL,WB. 519 Vgl.denBriefEisenschitz’anSchaukal, 12.Oktober1907,S-NL,WB. 520 Vgl.denBriefEisenschitz’anSchaukal,6.November1907,S-NL,WB. 218 III Schaukal inNetzwerkenundFeldernderModerne
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Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Titel
Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Autor
Cornelius Mitterer
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-061823-5
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
312
Kategorien
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