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Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
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auch untereinander korrespondierten: Dazu gehörten Graphiker, Illustratoren bzw.bildendeKünstlerwieTh.Th.HeineundKubinsowie literarischeAkteure wie Otto Julius Bierbaum, Richard Dehmel, Hermann Hesse, Thomas Mann, RainerMariaRilke,AlexanderRodaRodaundHugoSalus. Schaukal selbst attestierte den folgenden Personenmaßgeblichen Einfluss auf seindichterischesSchaffen:Hesse, ThomasMann,Emil Strauß (1866–1960), Salus, Rilke, Bierbaum,Wilhelm von Scholz, Paul Remer (1867–1943) undGer- hard Ouckama Knoop.542 Gemessen an denÜberschneidungen im literarischen Feld kristallisieren sich Bierbaum, der auchMitherausgeber von Panwar und Schaukal 1894 in seinen ebenfalls in München publiziertenModernen Musen- Almanach aufnahm, ThomasMannund schließlichRichardDehmel alswesent- licheBezugspersonenheraus.Das ist insoferninteressant,alsdiewichtigstenAk- teure fürSchaukals literarischeKarrierenur temporärmit ihmverbundenwaren, dieVerbindungen (Kanten) also eine insgesamt schwache sowie asymmetrische Strukturaufwiesen.Spätestensnach1910standermitkeinemderAkteure (Kno- ten) ausdemMünchen-Netzwerkmehr inKontakt.Der sehrkurzeAustauschmit Bierbaumerstreckte sich über lediglich ein Jahr (1902), ThomasMannbeendete dieKorrespondenz1905,zwei JahrenachseinemBruderHeinrich.Der letzteAus- tauschmit Rilke und Salus erfolgte 1907, und 1910 brach der Briefverkehrmit HessesowiemitAlexanderRodaRodaab. Ein über Schaukal verlaufender Brückenschlag zwischenMünchen, Berlin und Prag wurde über die neuromantische Linie intendiert, aber nicht konse- quent fortgesetzt. Gegenüber Blei undMannerwähnte Schaukal immerwieder den damals hochgeschätzten, heute vergessenen E.T.A.-Hoffmann-Forscher HansvonMüller,543 der zwischen1899und1905 festerBestandteil desBerliner ‚Montagstisches‘ war, eines Künstlerkreises rund um Otto Erich Hartleben (1864–1905). Blei, Otto Julius Bierbaum und auch Alfred Kubin gehörten zu Hartlebens 1903 ins Leben gerufener ‚Halkyonischer Akademie für unange- wandteWissenschaften‘.Müller standnichtnurmitKubin inVerbindung, son- dernauchmit demRedakteurder ZeitschriftDie InselunddessenHerausgeber Bierbaum, der in Pan erste Gedichte Schaukals veröffentlicht hatte.544 Doch Schaukal frequentierte lieberAristokraten- als Künstlerkreise, reiste nur selten in die deutschenLiteraturmetropolen undblieb somit– auch topographisch– 542 Vgl.denBriefSchaukalsanHesse, 14.Oktober 1904,H-NL,LAM. 543 Vgl. etwa einen Brief Manns an Schaukal, in: Girardi (Hg.): Thomas Mann: Briefe an Richard Schaukal, S. 85 (TMSch 53). 544 Vgl.Mühlher: Hans vonMüller, S. 110–114; vgl. auchHans-Dieter Holzhausen: Aus den Papieren eines bekannten Hoffmann-Forschers. Hans von Müller zum 125. Geburtstag am 30.März2000. In:E.T.A.Hoffmann-Jahrbuch,Bd.8 (2000),S.81–105,hierS.86. 9 Resümee:ErfolgundMisserfolg–eineNetzwerkangelegenheit 223
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Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Titel
Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Autor
Cornelius Mitterer
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-061823-5
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
312
Kategorien
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