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Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
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Sie taugen selbstverständlich für keine bestehendePartei, aber ich kann sie über diesen Punkt nur nochmals nachdrücklich beruhigen. Was man bei uns Partei nennt, drückt einenMenschenüberhauptnicht undes ist einer so reichen Individualitätwie Ihnenein leichtes, die wenigen Konventionen mitzumachen, aus denen bei uns der sogenannte Parteiverbandbesteht. SiewürdenabervielfachgrosseAnregungenauch für Ihrkünstle- rischesWirken finden,wennSie indasmerkwürdigeStückLebenhineinsähen,dasman inOesterreichaktivePolitiknennt [. . .]. Denn ichbin sicher,mag IhrSchicksal als Politi- ker sichpraktischmehroderminder erfolgreichgestalten, diedeutscheLiteraturwird si- cherdurchdas,wasSieaufGrund IhrerEindrückeundBeobachtungenschaffenwerden, einen sehrwertvollenunderfreulichen Zuwachs erhalten.Herr vonBalthesserwird viel- leicht aus demGrabe, in das Sie ihn versenkt haben, fröhlich auferstehenundwird uns in derselben geistvollen und künstlerisch vollendeten Form ein Brevier politischer Le- benskunstbieten [. . .].559 Da sich die deutschnationalen bürgerlichenParteien aber auf GustavBodirsky (1864–1934) als Kandidaten einigten, legte Schaukal seine politischen Pläne beiseiteundverzichteteaufeineKandidatur.560 Erst nach dem Krieg belebte Schaukal seine politischen Ambitionen und wagteeinenneuerlichenVorstoß in jenesFeld. ImDezember 1918 teilteerAlois Essigmannmit, dass er für eine Partei zu kandidieren plane. Dieser empfahl Schaukal die Kandidatur als Parteiloser. Aus Hetzendorf schickte er einen Vierpunkteplan: 1.VorläufigerTitel:„WahlgemeinschaftderParteilosen.“ 2.Wahlparole:Parteilose!Wählt nichtParteileute, dienurnachstraffenParteigrundsätzenentscheiden!WähltPersönlich- keiten, die befähig sind, jeden Einzelfall zu beurteilen! 3. Agitation: Schneeballsystem, d.h. jeder der Wahlgemeinschaft geworbene wirbt 10 Neue u.s.f. 4. Finanzierung: Zu- nächst Bevorschussung aus Privatmitteln umanfangen zu können, sodann perMitglied derWahlgemeinschafteinkleinerBeitrag [. . .].561 Für die Gründung einer „Wahlgemeinschaft der Parteilosen“würden 18.000 bis 20.000 Unterschriften benötigt. Maximilian Liebenwein und der Mither- ausgeber der Zeitschrift Gewissen, Rudolf Falk, boten ihre organisatorische Hilfe an.562 Essigmann verlieh der Hoffnung Ausdruck, Schaukal möge der Sprung in die Nationalversammlung gelingen, um es dort den „Fortschritt- lern“ zu zeigen. Er merkte aber auch an, dass dies als Parteiloser sehr viel schwieriger sei.Deshalb schlugEssigmanneineKandidatur fürdieChristlich- 559 BriefRedlichsanSchaukal, 21. Juni 1912,S-NL,WB. 560 Vgl.denBriefRedlichsanSchaukal, 21. Juni 1912,S-NL,WB. 561 Brief EssigmannsanSchaukal, 11.Dezember 1918, S-NL,WB;Hervorh. imOrig. alsUnter- streichungen. 562 BriefEssigmannsanSchaukal, 11.Dezember1918,S-NL.WB. 230 III Schaukal inNetzwerkenundFeldernderModerne
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Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Titel
Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Autor
Cornelius Mitterer
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-061823-5
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
312
Kategorien
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