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Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
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Während Hofmannsthal spätestens seit der Zusammenarbeit mit Richard Strauss seine literarischenErzeugnisseökonomisierenkonnteundsichvonder Lyrik abwandte,12 blieb Schaukal dieser Gattung sein Leben lang treu. Beiden gelangnicht der großeRoman, auf denHofmannsthalmitAndreasundTimon hinarbeitete. Thomas Mann hatte einen solchenmit Buddenbrooks vorgelegt, der seinen internationalenRuhmbegründete und ihm1929denNobelpreis für Literatur einbrachte. ImVergleich dazu verdankte etwaHermannBahr seinen Nachruhmnichtden literarischenErzeugnissen, sondernderFähigkeit zuanti- zipierendenZeit-undKulturanalysensowieseinerTätigkeit alsNetzwerkerund Kulturvermittlervon internationalemFormat. Auf der Grundlage poetologischer Gemeinsamkeiten knüpfte Schaukal in der frühen Schaffensphase auch Kontakte zu Schriftstellern, die dem Prager Kreis zugeschrieben werden. Die Verehrung Liliencrons und das Interesse an der Neuromantik bildete die intersubjektive Basis dieses Austauschs. Verein- zelteKontaktebestandenauchnachBerlin zumSturm-Kreis undnachWien zu VertreternJung-Wiens. Die meisten Korrespondenzen Schaukals waren aber von geringer Dauer, wodurch sich kein dichtes Netzwerk etablieren konnte. Otto Julius Bierbaum wurde als relevanter Akteur für Schaukals Orientierung nachMünchen ermit- telt.DerKontaktbeschränktesich jedochaufeinekurzeZeitspanne,dieVerbin- dungbliebuniplex. NachdemBierbaumdie Insel verlassenhatte, setzte er sich biszuseinemTodimJahr1910nichtweiter fürSchaukalein. Von uniplexerBeschaffenheit waren auch die Verbindungen zu Brod, den MannsundzuRilke;da imGegensatz zumultiplexenNetzstrukturendieBereit- schaft zur Lösung von Konflikten nur gering ausgeprägt ist, brach Schaukals Kontakt zu diesen Akteuren ab, sobald ästhetische oder literaturbetriebliche Zwistigkeitenauftraten.DieRelationenentwickeltensichnichtzu freundschaft- lichen Verbindungen mit starken Kanten, sondern blieben in aller Regel schwach geknüpfte, auf literarische Projekte oder ästhetische Themen be- grenzteAustauschbeziehungen. Auffällig ist desWeiteren, dass Schaukals Haltung im Laufe der Kontakte divergierte. HermannBahr undArthur Schnitzler kontaktierte er in der klaren Absicht, literarischen Anschluss inWien zu finden. Auftreten,Wortwahl und die mehr fordernd als bittend formulierten Vermittlungsgesuche führten aber zu einem Abstoßeffekt. Schaukal kann aufgrund seiner Poetik und Ästhetik 12 Vgl. Claudia Bamberg und Ilija Dürhammer: Dresden. Opernpremieremit Ziergeflügel. In: Hofmannsthal. Orte. 20biographischeErkundungen.Hg. vonWilhelmHemeckerundKonrad Heumann.Wien2014,S. 250–268,hierS. 262–263. 240 ZusammenfassungderErgebnisse
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Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Titel
Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Autor
Cornelius Mitterer
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-061823-5
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
312
Kategorien
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