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Der lange Schatten des ›Roten Oktober‹ - Zur Relevanz und Rezeption sowjet-russischer Kunst, Kultur und Literatur in Österreich 1918–1938
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Einleitende Überlegungen 21 Spektrum an Positionen, an Rezeptionsbeziehungen, aber auch an kritischen Abgrenzungen wird in den zwei Großabschnitten und fünf Sektionen der nach- folgenden Beiträge, die großteils im Rahmen einer Projekt-Tagung erstmals prä- sentiert worden sind, zur Diskussion gestellt. Aspekte einer spezifisch österreichischen Russland-Rezeption werden in der ersten Sektion beleuchtet, die ein Aufriss von Julia Köstenberger einlei- tet:  Basierend auf Akten staatlicher Behörden und der sowjetischen Auslands- kulturorganisation VOKS skizziert Köstenberger österreichisch-sowjetische Kulturkontakte zwischen 1918 und 1930. Von der Gründung der Österreichi- schen Gesellschaft zur Förderung der geistigen und wirtschaftlichen Beziehun- gen mit der UdSSR (ÖG) 1925  über den „Höhepunkt 1928“  – das Jahr, in das die Sowjetrussische Ausstellung in Wien, ein Gastspiel des Leningrader Opern- studios bei den Salzburger Festspielen sowie Stefan Zweigs Reise zu den Tol- stoj-Feierlichkeiten nach Moskau datieren  –, bis zum Beginn der 1930er Jahre erstreckt sich der Rahmen, als vor dem Hintergrund der Stalin’schen Politik in der Ersten Republik die öffentliche Stimmung zuungunsten der UdSSR kippte. Nach dem Zerfall der ÖG kamen die österreichisch-sowjetischen Kulturkon- takte seit 1933 denn auch fast vollständig zum Erliegen. ‚Russlandbilder‘ neh- men die nachfolgenden Beiträge in den Blick:  Alexander Belobratow diskutiert anhand von Publikationen beziehungsweise Reaktionen von Robert Müller, Joseph Roth und Heimito von Doderer  – als drei repräsentative Beispiele für eine „neue Russophilie“ um 1920  – Facetten der kulturellen Rezeption, des kul- turellen wie politischen Transfers. Im Fall von Doderer spricht Belobratow der Russland-Erfahrung  – der Autor kehrte erst im Sommer 1920 aus sibirischer Kriegsgefangenschaft zurück  – eine „initiale Bedeutung für sein Schreiben und seine Poetik“ zu. Frühe emphatische Bekenntnisse zu Russland haben „nach- haltige und vielfältige Spuren in seinem späteren Werk hinterlassen“:  Aktuelle Ereignisse wie die Revolution oder der Bürgerkrieg blieben in journalistischen Beiträgen Anfang der 1920er Jahre aus der Betrachtung Russlands zwar weit- gehend ausgeklammert, nicht aber in dem auf Erfahrungen der Kriegsgefangen- schaft zurückgreifenden ersten Roman Das Geheimnis des Reichs von 1930. Primus-Heinz Kucher nimmt mit Ernst Weiß, Robert Musil, Leo Lania und Arthur Rundt Exponenten aus maßgebenden künstlerischen Feldern der Zwi- schenkriegszeit (expressionistisches Theater, feuilletonistische Kritik, Film und Reisebericht) in den Blick, die ungeachtet divergierender Positionierungen im Einzelnen „ein grundlegendes Interesse an den Wandlungsprozessen in Sowjet- Russland“ sowie „ein weitgehend vorurteilsfreies“, tendenziell sachliches Visa- vis zu kulturellen Impulsen aus Russland eint. Mit Lania erinnert Kucher an einen aus dem literaturwissenschaftlichen Blickfeld geratenen Protagonisten des
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Der lange Schatten des ›Roten Oktober‹ Zur Relevanz und Rezeption sowjet-russischer Kunst, Kultur und Literatur in Österreich 1918–1938
Titel
Der lange Schatten des ›Roten Oktober‹
Untertitel
Zur Relevanz und Rezeption sowjet-russischer Kunst, Kultur und Literatur in Österreich 1918–1938
Autor
Primus-Heinz Kucher
Herausgeber
Rebecca Unterberger
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-631-78199-9
Abmessungen
14.8 x 21.0 cm
Seiten
466
Kategorie
Kunst und Kultur
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