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Der lange Schatten des ›Roten Oktober‹ - Zur Relevanz und Rezeption sowjet-russischer Kunst, Kultur und Literatur in Österreich 1918–1938
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Julia Köstenberger38 Viktor Beljaev, ein Gründungsmitglied der Assoziation für zeitgenössische Musik (ASM), als Korrespondent Beiträge über das Musikleben „in Russland“ für die von der UE herausgegebenen Musikblätter des Anbruch zu schreiben.24 Sein Besuch in Wien im Oktober beziehungsweise November 1924 bildete den Auf- takt für eine Intensivierung der persönlichen Kontakte in der Musikwelt:  Beljaev organisierte im Wiener Konzerthaus (1. und 6.11.) und in der Sowjetgesandt- schaft (7.11.) unter Mitwirkung des Arnold-Schönberg-Kreises Konzerte, bei denen erstmals im Ausland ausschließlich Werke von sowjetischen Komponis- ten zur Aufführung kamen.25 Im März 1925 erschien die Sondernummer „Russ- land“ der Musikblätter des Anbruch, in der Beljaev gemeinsam mit sowjetischen Musikexperten und Komponisten die neuen Tendenzen in der Musikwelt der UdSSR und Persönlichkeiten wie Nikolaj Mjaskovskij, Anatolij Aleksandrov und Samuil Fejnberg vorstellte.26 Letzterer gastierte im September und Oktober 1925 denn auch als erster sowjetrussischer Komponist und Pianist in Wien.27 Von den weiteren Musikgastspielen aus der UdSSR bis 192928 sticht der Auftritt des Leningrader Opernstudios bei den Salzburger Festspielen 1928 heraus, von dem noch die Rede sein wird. Der erste große Paukenschlag der sowjetischen Kultur- szene fand in Österreich jedoch schon im Frühjahr 1925 statt, als der Schöpfer des „entfesselten Theaters“, der Regisseur Aleksandr Tairov, auf seiner zweiten Europatournee in Wien Station machte.29 Solch prominente Besuche, wie etwa 24 Die Musikblätter des Anbruch hießen ab 1929 Anbruch [beide Titel im Weite- ren:  ANB].  – Vgl. z.B. W. Belaieff:  Musikschaffen in Russland. In:  ANB, H.  4/1923, S.  118f. und H.  7/1923, S.  195f.; ders.:  Neue Musik in Moskau. In:  ANB, H.  10/1923, S.  306f. 25 Vgl. Bobrik, Venskoe izdatel’stvo, S.  50–53 bzw. 261–319. 26 Vgl. dazu:  Dorothea Redepenning:  Geschichte der russischen und sowjetischen Musik, Bd.  2:  Das 20.  Jahrhundert, 1.  Teilband. Laaber:  Laaber-Verlag 2008, S.  163f.  – Das Sonderheft „Neue russische Musik“ vom Juni 1922 enthielt nur Beiträge westeuropäi- scher Musikexperten (vgl. ANB, H.  11–12/1922). 27 Vgl. Paul Pisk:  Samuel Feinberg. In:  ANB, H.  9/1925, S.  513; Ankündigung in:  NFP (7.10.1925), S.  9. 28 Folgende sowjetische Besucher sind bekannt:  Dirigent Konstantin Saradžev (März  1926), Sängerin Ekaterina Košeleva-Nikolaeva (Juni  1926), Dirigent Nikolaj Mal’ko (März  1928), Samuil Fejnberg (April  1929). 29 Vgl. Angéla Molnári:  Das russische Theater im Wien der 1920er Jahre. Diplomarbeit Univ. Wien 2008, S.  66–69 bzw. 111f.; Barbara Lesák:  Russische Theaterkunst 1910– 1936. Bühnenbild- und Kostümentwürfe, Bühnenmodelle und Theaterphotographie aus der Sammlung des Österreichischen Theatermuseums. Wien–Köln–Weimar:  Böh- lau Verlag 1993, S.  16f.
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Der lange Schatten des ›Roten Oktober‹ Zur Relevanz und Rezeption sowjet-russischer Kunst, Kultur und Literatur in Österreich 1918–1938
Titel
Der lange Schatten des ›Roten Oktober‹
Untertitel
Zur Relevanz und Rezeption sowjet-russischer Kunst, Kultur und Literatur in Österreich 1918–1938
Autor
Primus-Heinz Kucher
Herausgeber
Rebecca Unterberger
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-631-78199-9
Abmessungen
14.8 x 21.0 cm
Seiten
466
Kategorie
Kunst und Kultur
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