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Der lange Schatten des ›Roten Oktober‹ - Zur Relevanz und Rezeption sowjet-russischer Kunst, Kultur und Literatur in Österreich 1918–1938
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Vera Faber342 Corbusier propagierten Neuen Sachlichkeit eher kritisch gegenüberstehen.50 Sowohl Gropius als auch Le Corbusier wiederum sind eng mit den Konzepten der russischen Konstruktivisten und somit der OSA verbunden gewesen. Mit der Wiener Werkbundsiedlung, einem zwischen 1929 und 1932 reali- sierten Projekt der GESIBA, entstanden insgesamt 70 individuell geplante und eingerichtete Häuser, die jeweils einen eigenen Prototyp darstellen sollten. Mit Clemens Holzmeister, Adolf Loos und Oskar Strnad waren an der Planung zwar auch einige im Ausland renommierte österreichische Architekten betei- ligt,51 im Vergleich zur Stuttgarter Weißenhofsiedlung erschien die internatio- nale Beteiligung jedoch gering.52 Der 1932 von Frank herausgegebene Band Die Internationale Werkbund-Siedlung führt Hugo Häring (Berlin), Arthur Grün- berger (Hollywood), André Lurçat (Paris), Richard Neutra (Los Angeles) sowie Grete Schütte-Lihotzky (Wien-Moskau) als ausländische Architekten an. Einige davon  – neben Schütte-Lihotzky auch Neutra und Grünberger  – hatten auf- grund ihrer Herkunft oder ihres Studiums einen starken Österreich-Bezug, der jedoch lediglich bei Schütte-Lihotzky genannt wurde.53 Zwar zeigen sich auch Analogien, die den österreichischen Werkbund auf konzeptioneller Ebene mit den konstruktivistischen resp. funktionalistischen Ausrichtungen verbinden, etwa in der Ablehnung von Kunsthaftigkeit:  „Mit Kunst haben wir nichts zu tun“, vermerkt Josef Frank 1929 im Band Der Öster- reichische Werkbund.54 Nichtsdestotrotz wird der Konstruktivismus von öster- reichischer Seite vorwiegend missbilligend kommentiert. Frank beispielsweise stößt sich an dessen Autoreferenzialität, da er „jede Stelle kommentiert und mit Worten verteidigt, während die historisch literarische Produktion wenigstens auf Anschauung reflektierte.“55 Obwohl sich diese Aussage primär auf den deutschen 50 Vgl. Margarethe Engelhardt-Krajanek:  Der Werkbundgedanke und seine Verbindung zum Wiener Kreis am Beispiel Josef Frank. In:  Volker Thurm-Nemeth (Hg.):  Kons- truktion zwischen Werkbund und Bauhaus. Wissenschaft  – Architektur  – Wiener Kreis. Wien:  Hölder-Pichler-Tempsky 1998 (= Wissenschaftliche Weltauffassung und Kunst, Bd.  4), S.  79–122, hier S.  114. 51 Vgl. GESIBA (Hg.):  GESIBA, eine Wohnbauphilosophie. Wien:  GESIBA o.J. 52 Hier sei angemerkt, dass die Wiener Werkbundsiedlung sowohl im Hinblick auf die involvierten Planer als auch die entstandenen Gebäude eine deutlich höhere Anzahl aufwies als die Stuttgarter Weißenhofsiedlung. 53 Vgl. Josef Frank (Hg.):  Die Internationale Werkbundsiedlung. Wien 1932. Wien:  Anton Schroll & Co 1932, S.  5f. 54 Vgl. ders.:  Gespräch über den Werkbund. In:  ders., Österreichischer Werkbund, S.  3–16, zit. S.  12. 55 Ders., Architektur als Symbol, S.  118f.
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Der lange Schatten des ›Roten Oktober‹ Zur Relevanz und Rezeption sowjet-russischer Kunst, Kultur und Literatur in Österreich 1918–1938
Titel
Der lange Schatten des ›Roten Oktober‹
Untertitel
Zur Relevanz und Rezeption sowjet-russischer Kunst, Kultur und Literatur in Österreich 1918–1938
Autor
Primus-Heinz Kucher
Herausgeber
Rebecca Unterberger
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-631-78199-9
Abmessungen
14.8 x 21.0 cm
Seiten
466
Kategorie
Kunst und Kultur
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