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Der lange Schatten des ›Roten Oktober‹ - Zur Relevanz und Rezeption sowjet-russischer Kunst, Kultur und Literatur in Österreich 1918–1938
Seite - 353 -
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Russland-Diskurse in der Zeitschrift Sowjet 353 Auswirkungen auf Österreich und Deutschland Bezug genommen, wie zum Bei- spiel auf den Friedensvertrag von Versailles im Mai 1919 oder den Kapp-Putsch im März 1920; die zumeist gemäßigten sozialistischen Akteure, allen voran Otto Bauer und Karl Kautsky, wurden dabei ebenso wie deren Publikationsorgane  – die Wiener Arbeiter-Zeitung zum Beispiel  – scharf kritisiert.10 Der Sowjet berichtete daneben auch über kulturelle Ereignisse und stellte zudem Konzepte der Gesellschaftserneuerung mithilfe von Kunst und Literatur vor:  Neben Gedichten oder Erzählungen wurden theoretische Texte veröffentlicht, die Zusammenhänge zwischen Kultur und Revolution erklären sollten oder das Thema „Neuer Mensch“ verhandelten. In den ersten Nummern fanden sich somit neben agitatorischen Appellen zum Klassenkampf, Berichten zur politischen Lage in Russland und zu den Folgen der Oktoberrevolution in Europa oder Essays zur kommunistischen Wirtschaftspolitik auch Gedichte und Erzählungen sowie Kri- tiken zu Theateraufführungen von Werken russischer Autoren. Als BeiträgerIn- nen fungierten SchriftstellerInnen und PolitikerInnen aus dem kommunistischen Umfeld wie zum Beispiel die deutsch-tschechischen Dichter Rudolf Fuchs und Hugo Sonnenschein, der französische Philosoph Georges Sorel, der französische Schriftsteller und Kommunist Henri Guilbeaux, der Psychoanalytiker Otto Gross, der Individualpsychologe und Kommunist Otto Kaus, die Schriftstellerin Gina Kaus, die sowjetische Volkskommissarin und Schriftstellerin Aleksandra Kollontaj, Maksim Gor’kij oder Vladimir Il’ič Lenin selbst. Basierend auf den Überlegungen von Gerhart von Graevenitz, der Zeitschriften die „Spezialfunktion Überblick“11 zugesteht, und dem Konzept der Archivfunktion ich nach Sowjetrußland gekommen bin. In:  ebd., S.  29–34; Hermann Stursa:  Die kom- munistische Bewegung in der Tschechoslowakei. In:  Sowjet, H.  8–9/1920, S.  32–42; N.N.:  Bericht über die Lage in Bulgarien und über die Tätigkeit der bulgarischen kommunistischen Partei. In:  Sowjet, H.  10–11/1920, S.  1–32; J[osef] Eisenberger:  Die Wirtschaftspolitik der russischen Kommunisten. In:  ebd., S.  33–45. 10 Vgl. folgende Beiträge:  Otto Kaus:  Deutsch-Österreichische Reaktion. In:  Sowjet, H.  2/1919, S.  4–12; Wilhelm Bass:  Die Lohnbewegung der gastgewerblichen Arbeiter. In:  ebd., S.  27–34; N.N.:  Mitteilungen. In:  ebd., S.  44–46; Otto Kaus:  Die Zukunft. In:  Sowjet, H.  3/1919, S.  1–10; Alexandra Müller:  Die Spaltung in der Kommunis- tischen Partei Deutschlands. In:  Sowjet, H.  6/1919, S.  22–30; N.  Lenin:  Die Helden der Berner Internationale. In:  ebd., S.  30–41; Otto Kaus:  Kapp-Putsch. Parlamentaris- mus. Bürgerlicher Staat. In:  ebd., H.  8–9/1920, S.  1–28; Alexandra Müller:  Bilanz des Putsches. Ebd., S.  28–32. 11 Gerhart von Graevenitz:  Memoria und Realismus. Erzählende Literatur in der deutschen „Bildungspresse“ des 19.  Jahrhunderts. In:  Anselm Haverkamp/Renate
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Der lange Schatten des ›Roten Oktober‹ Zur Relevanz und Rezeption sowjet-russischer Kunst, Kultur und Literatur in Österreich 1918–1938
Titel
Der lange Schatten des ›Roten Oktober‹
Untertitel
Zur Relevanz und Rezeption sowjet-russischer Kunst, Kultur und Literatur in Österreich 1918–1938
Autor
Primus-Heinz Kucher
Herausgeber
Rebecca Unterberger
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-631-78199-9
Abmessungen
14.8 x 21.0 cm
Seiten
466
Kategorie
Kunst und Kultur
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Der lange Schatten des ›Roten Oktober‹