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Veronika
Hofeneder368
kommunistische Partei. Der Sowjet behandelt kaum mehr kultur- und sozialpoli-
tische Themen65 und zeigt sich nun primär politisch ausgerichtet. So müssen alle
Artikel der Hefte sechs und sieben des dritten Jahrgangs, die den III. Kongress
der Internationale kommentieren, bis auf Levis Beiträge anonym erscheinen, da
„[d] er Kongreß der Kommunistischen Internationale […] so wie die Zentrale der
VKPD. den großen Bann über unsere Zeitschrift verhängt [hat]. Wir sind aber
der Meinung, daß die Resultate des Kongresses in vollständiger Freiheit besprochen
werden müssen.“66 Die programmatische Neuausrichtung kommt auch durch
Abänderungen des Zeitschriftentitels zum Ausdruck: Ab der fünften Num-
mer des dritten Jahrgangs (Juli 1921) erscheint die Zeitschrift unter dem Titel
Unser Weg. Zeitschrift für kommunistische Politik,67 ab der siebenten Nummer
des vierten Jahrgangs (10. April 1922) wird der Untertitel nochmals abgeändert
zu Halbmonatsschrift für sozialistische Politik. Die letzte Nummer der Zeitschrift
erscheint denn am 10. Dezember 1922: Sie muss wie viele andere Presseerzeug-
nisse dieser Zeit wegen der stetig ansteigenden Papierpreise eingestellt werden.
65 So enthält beispielsweise das erste Heft des zweiten Jahrganges folgende Beiträge:
Hen-
riette Roland-Holst: Kommunismus und Zivilisation, S. 1–8; Otto Kaus: Die öster-
reichischen Kommunisten und die Wahlen, S. 8–21; Paul Frölich: Die Wurzeln
des U.S.P.-Pazifismus, S. 22–32; Spectator: Die Wirtschaftslage in Sowjet-Rußland,
S.
32–43; G.
Sinowjew:
Wann und unter welchen Umständen dürfen Arbeitersowjets
geschaffen werden, S.
43–45; A.
Maslow:
Bücherschau [N. Lenin:
Der Radikalismus,
die Kinderkrankheit des Kommunismus, Frankes Verlag 1920; M. J. Braun:
Die Leh-
ren des Kapp-Putsches, Frankes Verlag 1920], S. 45–48. Lediglich im dritten Heft
des zweiten Jahrgangs ist mit dem Gedicht Das ist das Lied vom täglichen Brot …
von Bruno Schönlank (H.
3/1920, S.
102–104) der letzte Abdruck eines literarischen
Textes zu verzeichnen; die ab dem zweiten Jahrgang regelmäßigen Buchbesprechun-
gen thematisieren vor allem Neuerscheinungen politischer Bücher. Das erste Heft
unter der Ägide von Paul Levi enthält dann folgende Beiträge:
N.N.:
Ein Geleitwort,
S. 1; Franz Mehring: Zur Geschichte des Maitages, S. 2–4; Klara Zetkin: Resolution,
S.
4–9; Ernst Däumig:
Ein Brief, S.
9f.; Valeriu Marcu:
Zur Krise der Kommunistischen
Internationale, S.
10–17; Bernhard Düwell:
Disziplin und Grundsätze, S.
17–21; Paul
Levi: Vorwort zur zweiten Auflage von: Unser Weg, S. 21–29.
66 N.N.: [o. T.]. In: Unser Weg, H. 3/1921, S. 165. Kursivdruck im Original.
67 Unser Weg erscheint dann auch in einem anderen Verlag, der Berliner Internationalen
Verlags-Anstalt.
Der lange Schatten des ›Roten Oktober‹
Zur Relevanz und Rezeption sowjet-russischer Kunst, Kultur und Literatur in Österreich 1918–1938
- Titel
- Der lange Schatten des ›Roten Oktober‹
- Untertitel
- Zur Relevanz und Rezeption sowjet-russischer Kunst, Kultur und Literatur in Österreich 1918–1938
- Autor
- Primus-Heinz Kucher
- Herausgeber
- Rebecca Unterberger
- Datum
- 2019
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-631-78199-9
- Abmessungen
- 14.8 x 21.0 cm
- Seiten
- 466
- Kategorie
- Kunst und Kultur