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Der lange Schatten des ›Roten Oktober‹ - Zur Relevanz und Rezeption sowjet-russischer Kunst, Kultur und Literatur in Österreich 1918–1938
Seite - 374 -
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Stefan Simonek374 9.  und 12. August in vier Folgen Gor’kijs Erzählung Die Geburt eines Menschen (russ. Roždenie čeloveka) aus der Sammlung Wanderungen durch Russland (russ. Po Rusi). Der Übersetzer aus dem Russischen wird nicht genannt; angesichts der starken Resonanz, die Gor’kijs Werke im deutschsprachigen Raum gefun- den haben, könnte es sich um einen Nachdruck einer bereits andernorts ver- öffentlichten Übersetzung handeln. Als unausgewiesene Quellen kämen die von August Scholz übersetzte Novellensammlung Wie ein Mensch geboren ward (Berlin 1914)  oder die Zeitschrift Die Gleichheit, in der Wie ein Mensch geboren ward 1915 ebenfalls abgedruckt wurde, infrage; ins Auge springt in der Roten Fahne jedenfalls der von Geburt eines Menschen abweichend gewählte Titel.14 Am 16. August stehen in einem Bericht mit dem Titel „Die geistigen Stützen der Konterrevolution“ dann sowohl Gor’kij als auch Merežkovskij im Zentrum der Aufmerksamkeit. Gegenstand ist eine Kontroverse, entfacht durch einen offenen Hilferuf Gor’kijs an Gerhart Hauptmann, der am 18.  Juli  1921 unter drei verschiedenen Titeln in drei deutschen Zeitungen (unter anderen im Vor- wärts und in der Roten Fahne) erschienen ist.15 Gor’kij bat darum, so rasch wie möglich Brot und Medikamente nach Russland zu schicken, um dem von Miss- ernten geplagten russischen Volk zu helfen.16 Hauptmann antwortete Gor’kij am 25.  Juli  1921 und ließ seinen Brief noch im Oktober 1945 von Johannes R.  Becher vorlesen:  Seine Antwort von 1921 wollte er dann auf die aktuelle Lage Deutsch- lands unmittelbar nach Ende des Zweiten Weltkriegs bezogen wissen.17 bis 1965. Zusammengestellt u.  annotiert v.  E[rwin] Czikowsky, I[lse] Idzikowski und G[erhard] Schwarz. Berlin:  Akademie 1968, S.  9–31; zur deutschen Gor’kij-Rezeption vgl. H[elger] Vogt:  Die zeitgenössische deutsche Literaturkritik zum Frühwerk Maxim Gorkis. In:  Zeitschrift für Slawistik, Nr.  2–4/1958, S.  590–619. 14 Vgl. die Angaben in:  Czikowsky u.a., Gorki in Deutschland, S.  130 bzw. 132. In der Auflistung deutscher Titelfassungen von Gor’kijs Werken ist die Geburt eines Men- schen nicht verzeichnet (vgl. ebd., S.  348). 15 Vgl. die Angaben in:  ebd., S.  146. Die Hungersnot und die internationalen Hilfsmaß- nahmen waren auch kontinuierlich Gegenstand der Berichterstattung in der Arbei- ter-Zeitung, die unter der Rubrik „Tagesneuigkeiten“ z.B.  sogar ein entsprechendes Gedicht von Alfons Petzold ins Blatt rückte (Alfons Petzold:  Rußland 1921. In:  Arbei- ter-Zeitung (4.8.1921), S.  4). 16 Vgl. N.N.:  Hilfsaktion für Rußland. Online unter:  http://www.bundesarchiv.de/akten- reichskanzlei/1919-1933/1a1/wir/wir1p/kap1_2/kap2_64/para3_3.html. 17 Am 5.8.1921 wurde Hauptmanns Antwort in der Pravda veröffentlicht (vgl. J. Stuart Durrant:  An Unpublished Letter from D.S. Merezhkovsky to Gerhart Hauptmann. In:  Germano-Slavica, Nr.  1–2/1995–96, S.  125–134, hier S.  127).
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Der lange Schatten des ›Roten Oktober‹ Zur Relevanz und Rezeption sowjet-russischer Kunst, Kultur und Literatur in Österreich 1918–1938
Titel
Der lange Schatten des ›Roten Oktober‹
Untertitel
Zur Relevanz und Rezeption sowjet-russischer Kunst, Kultur und Literatur in Österreich 1918–1938
Autor
Primus-Heinz Kucher
Herausgeber
Rebecca Unterberger
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-631-78199-9
Abmessungen
14.8 x 21.0 cm
Seiten
466
Kategorie
Kunst und Kultur
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