Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Kunst und Kultur
Der lange Schatten des ›Roten Oktober‹ - Zur Relevanz und Rezeption sowjet-russischer Kunst, Kultur und Literatur in Österreich 1918–1938
Seite - 392 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 392 - in Der lange Schatten des ›Roten Oktober‹ - Zur Relevanz und Rezeption sowjet-russischer Kunst, Kultur und Literatur in Österreich 1918–1938

Bild der Seite - 392 -

Bild der Seite - 392 - in Der lange Schatten des ›Roten Oktober‹ - Zur Relevanz und Rezeption sowjet-russischer Kunst, Kultur und Literatur in Österreich 1918–1938

Text der Seite - 392 -

Martin Erian392 Gedicht März holte Körber zudem zu scharfer Kritik gegen die von Bürgerlichen dominierte Republik aus: Es rüstet zur Entscheidungstat, Es ist der Herrscher im Lande, Und deine Antwort, Proletariat, An diese Saniererbande? Sieh wie die rote Fahne weht, An der tausende Fäuste fassen! Wie lange wirst du dich noch, Prolet, Nach Hause schicken lassen!20 Der verschärfte Ton gegenüber der politischen Situation in Österreich geht ein- her mit einer intensiveren Auseinandersetzung mit der Sowjetunion. Unter dem Titel „Sowjetfreundschaft“ konfrontierte Körber die reservierte Haltung der Österreicher gegenüber der Sowjetunion mit deren kulturellen, politischen und sozialen Errungenschaften: Wir vergleichen uns zum Ruhme Moskau  – Wien mit kühlem Blut, Und wir rufen durch die Blume, Daß man keinem wehe tut: Freundschaft! Freundschaft! Sowjetfreundschaft!21 Der zurückhaltende Ton des Bekenntnisses reagiert auf die nicht nur im konser- vativen Lager zunehmende Angst vor einer kommunistischen Revolte. Wenige Wochen zuvor hatten in Berlin von der KPD organisierte illegale Massen- demonstrationen 33 Tote und rund 200 Verletzte gefordert. Die Scheu vor Russ- land thematisierte Körber in zwei weiteren Beiträgen im Herbst 1929:  Die in einem Sanatorium des faschistischen Italiens angesiedelte Erzählung Sie waren in Sowjetrußland? zeugt von pauschalisierenden Verdachtsmomenten gegenüber Russlandreisenden. So sieht sich die im Jahr zuvor nach Russland gereiste, deut- lich an Körber gemahnende Protagonistin strengen Visitationen ausgesetzt; noch vor ihrer Ankunft in der von einem befreundeten Ehepaar geführten Pension hat man sich über den Gast erkundigt. „Wer fährt nach Rußland, sag’ selbst? Doch nur eine gewisse Sorte Leute […]. Na, mein Mann erklärte dem Faschisten, daß 20 Dies.:  März. In:  RF (24.3.1929), S.  8. 21 Dies.:  Sowjetfreundschaft. In:  RF (19.5.1929), S.  5.
zurück zum  Buch Der lange Schatten des ›Roten Oktober‹ - Zur Relevanz und Rezeption sowjet-russischer Kunst, Kultur und Literatur in Österreich 1918–1938"
Der lange Schatten des ›Roten Oktober‹ Zur Relevanz und Rezeption sowjet-russischer Kunst, Kultur und Literatur in Österreich 1918–1938
Titel
Der lange Schatten des ›Roten Oktober‹
Untertitel
Zur Relevanz und Rezeption sowjet-russischer Kunst, Kultur und Literatur in Österreich 1918–1938
Autor
Primus-Heinz Kucher
Herausgeber
Rebecca Unterberger
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-631-78199-9
Abmessungen
14.8 x 21.0 cm
Seiten
466
Kategorie
Kunst und Kultur
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Der lange Schatten des ›Roten Oktober‹