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Der lange Schatten des ›Roten Oktober‹ - Zur Relevanz und Rezeption sowjet-russischer Kunst, Kultur und Literatur in Österreich 1918–1938
Seite - 422 -
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Natalia Blum-Barth422 Mit ihren Büchern legt Alja Rachmanowa ein regimekritisches, antibolschewis- tisches Russland-Narrativ vor, nicht nur vermittels der hier präsentierten Tri- logie, sondern auch mit Ehen im roten Sturm (1932) und Die Fabrik des neuen Menschen (1935). Die einfache, emotional aufgeladene Sprache hat diesen Texten ein breites Publikum garantiert. Die anfangs offene Haltung ihrer Ich- Erzählerin den bolschewistischen Ideen gegenüber43 ermöglicht dem Leser Iden- tifikation, die jedoch rasch in Ablehnung kippt. Diese wird durch die Figur von Griselda Nikolajewna potenziert und gipfelt im Schock über die beschriebenen Gewaltexzesse, über Grausamkeit, Mordlust und Willkür. Am Beispiel einzel- ner Schicksale fängt Rachmanowa die Tragödie des Roten Terrors ein. In ihren Protagonisten, allen voran in Griselda Nikolajewna, spiegelt sich die gescheiterte Idee des Neuen Menschen wider. Diese Figur wird zum Paradebeispiel für ein ‚degeneriertes‘ Frauenbild und zum Sinnbild des in bolschewistischer Gewalt versinkenden Russlands, das Alja Rachmanowa in ihren Büchern porträtiert hat. Jahren wird der Russe der unkultivierteste Mensch sein, der auf der Erde existiert, er wird hinter dem Australneger rangieren.“ (Ebd., S.  244.) 43 In den Tagebucheinträgen vom November 1916 notiert Alja den Verlauf der Studen- tenversammlungen, zu denen sie von Griselda Nikolajewna mitgenommen wurde. Als diese sich vor der Polizei verstecken muss, überzeugt Alja ihre Eltern, Griselda Zuflucht in ihrem Haus zu gewähren [vgl. 68f.]. Außerdem engagiert sich Alja in der Studentenschaft, indem sie Wohnungen für Studenten sucht und Nachhilfestunden organisiert [vgl.  23].
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Der lange Schatten des ›Roten Oktober‹ Zur Relevanz und Rezeption sowjet-russischer Kunst, Kultur und Literatur in Österreich 1918–1938
Titel
Der lange Schatten des ›Roten Oktober‹
Untertitel
Zur Relevanz und Rezeption sowjet-russischer Kunst, Kultur und Literatur in Österreich 1918–1938
Autor
Primus-Heinz Kucher
Herausgeber
Rebecca Unterberger
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-631-78199-9
Abmessungen
14.8 x 21.0 cm
Seiten
466
Kategorie
Kunst und Kultur
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