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Rudolf Eitelberger von Edelberg - Netzwerker der Kunstwelt
Seite - 274 -
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274 Gesa Lehrmann hochschule sowie am 6.  Juni 1872 mit der Vorauswahl neuer Dozenten.9 Als zukünfti- gen Leiter einer Spezialschule für Historienmalerei wünschte man sich dort laut einem Kommissionsbericht einen Maler des ›hohen Stils‹, »der durch monumentale Auffas- sung, durch große, ideale Kunstrichtung und bedeutende Leistungen anregend wirkt«.10 In der Person Feuerbachs glaubte Eitelberger eine solche Künstlerpersönlichkeit ge- funden zu haben : Einer anerkannten Familie des Bildungsbürgertums entstammend verfügte Feuerbach über ein hohes Allgemeinwissen und umfassende Fremdsprachen- kenntnisse.11 An den Akademien von Düsseldorf, München und Antwerpen sowie in den privaten Ateliers von Carl Rahl und Thomas Couture12 unterrichtet, hatte er selbst eine internationale akademische Malerausbildung durchlaufen und unterschiedliche Ausbildungsstätten, Lehrer und Korrekturprinzipien erlebt. Mit seinen neoklassizisti- schen Idealen verpflichteten Historiengemälden wie Iphigenie, Das Gastmahl des Plato, Das Urteil des Paris und Abschied der Medea (Abb.  1) hatte er sich einen Namen als be- deutender Historienmaler seiner Zeit erarbeitet.13 Der Kunstkritiker August Friedrich Pecht beschrieb Feuerbach 1872 in der Neuen Freien Presse als einen Künstler, »dem die Historienmalerei eine Wiederbelebung der edelsten und strengsten Art, voll Hoheit des Gedankens wie der Empfindung verdankt, eine Vermählung antiker Formenschönheit mit modernem Geiste […]«.14 Mit dieser treffenden Charakterisierung der Kunst Feu- 9 Brief von Karl von Stremayr an Rudolf Eitelberger, 06.06.1872 (WBR, H.I.N.  23.992, angegeben nach Lehmann, Historienmalerei [zit. Anm.  3], S.  28). 10 Zitiert nach : Wagner, Geschichte der Akademie (zit. Anm.  5), S.  205. 11 Feuerbachs Vater war der Altphilologe und Archäologe Joseph Anselm Feuerbach (1798–1851) ; seine Stiefmutter die Schriftstellerin Henriette Feuerbach, geb. Heydenreich (1812–1892) ; sein Großvater der Kriminalist Anselm Feuerbach (1775–1833) ; seine Onkel der Jurist Eduard August Feuerbach (1803–1843), der Philosoph und Anthropologe Ludwig Andreas Feuerbach (1804–1872) und der Mathematiker Karl Wilhelm Feuerbach (1800–1834). Zur Familie Feuerbachs siehe : J. Ecker, Anselm Feuerbach und seine Familie, Speyer 1996 sowie Th. Spoerri, Genie und Krank- heit : eine psychopathologische Untersuchung der Familie Feuerbach, Basel 1952. 12 Thomas Couture (1815–1879) ist bei Antoine-Jean Gros und Paul Delaroche ausgebildet worden. Neben Feuerbach, der von November 1852 bis Mai 1853 bei ihm lernte, zählen zu seinen Schülern u. a. Édouard Manet und Pierre Cécil Puvis de Chavannes. 13 Anselm Feuerbach, Iphigenie. Erste Fassung, 1862, Öl/Lw., Darmstadt, Hessisches Landesmuseum ; Anselm Feuerbach, Das Gastmahl des Plato. Erste Fassung, 1869, Öl/Lw., Karlsruhe, Staatliche Kunsthalle ; Anselm Feuerbach, Das Urteil des Paris, 1870, Öl/Lw., Hamburg, Hamburger Kunst- halle ; Anselm Feuerbach, Abschied der Medea. Zweite Fassung, 1870, Öl/Lw., München, Bayeri- sche Staatsgemäldesammlungen, Neue Pinakothek. 14 F. Pecht, Das neue deutsche Reich und die bildende Kunst, in : Neue Freie Presse, 16.06.1872, Morgenblatt, S.  1–4, hier S.  1. Zu berücksichtigen ist bei der Berichterstattung Pechts, dass Feu- erbach mit dem Journalisten freundschaftlich verbunden war (vgl. bspw. Feuerbach, undatiert, in : Anselm Feuerbachs Briefe an seine Mutter [hg. von G.  J. Kern/H. Uhde-Bernays], 2  Bde., Berlin Open Access © 2019 by BÖHLAU VERLAG GMBH & CO.KG, WIEN
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Rudolf Eitelberger von Edelberg Netzwerker der Kunstwelt
Titel
Rudolf Eitelberger von Edelberg
Untertitel
Netzwerker der Kunstwelt
Autoren
Julia Rüdiger
Eva Kernbauer
Kathrin Pokorny-Nagel
Raphael Rosenberg
Patrick Werkner
Tanja Jenni
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20925-6
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
562
Kategorie
Biographien
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Rudolf Eitelberger von Edelberg