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Rudolf Eitelberger von Edelberg - Netzwerker der Kunstwelt
Seite - 288 -
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288 Gesa Lehrmann über Eitelberger  – diesen offenbar zitierend  – anführte, es sei »Zweck seiner Berufung ›die große Kunst ins Leben zu rufen‹«.50 Übertreibend, aber die Wichtigkeit von Feuer- bachs Stellung in Wien richtig deutend, betonte dessen Stiefmutter, »dass alle Kunst- thätigkeit für Oesterreich nun in seiner [also Feuerbachs] Hand liegt« und es bei seinem Wirken um »das Heben und Tragen in der großen historischen Kunst« ginge.51 »Das Ziel in Wien ist : so gut als möglich ein zweites Cinque cento heraufzuführen. An- selms Schule öffnet den Weg«, so Henriette Feuerbach  – auch dies eine Anspielung auf die von Eitelberger propagierte Kunstreform.52 Darüber hinaus wird Eitelberger im Werk Feuerbachs einen Lösungsansatz zur Bewältigung der Krise innerhalb der akade- mischen Historienmalerei gesehen haben : Feuerbachs intellektuell-problematisierende Lesart mythologischer Themen versprach eine Weiterentwicklung der seit Jahrhun- derten etablierten Tradition des mythologischen Bildgegenstandes im Sinne einer in Richtung Moderne weisenden Psychologisierung des Darstellungsgehaltes, die Pecht von Feuerbachs »Existenzmalerei« und dem »geistige[n] Reiz seiner Bilder« sprechen ließ.53 Da Eitelberger, wie Elisabeth Springer 1979 formulierte, »bei allen einschlägigen Fragen der Wiener Stadterweiterung beigezogen« wurde und »sich zuletzt sein Einfluss auf alle Kunstangelegenheiten der österreichischen Reichshälfte erstreckte«, gelang es ihm, die Berufung Feuerbachs seinen Wünschen gemäß beim Kaiser durchzusetzen.54 50 Brief von Anselm Feuerbach an Rudolf Eitelberger, 26.03.1874 (WBR, H.I.N.  23.236). In der noch den Veränderungen durch Henriette Feuerbach unterlegenen Fassung des Vermächtnisses heißt es : »Eine ernste, auf große Anschauung im historischen Fach gegründete Richtung ist nicht vorhanden, und ich darf nicht zweifeln, daß ich in solchem Sinne nach Wien berufen wurde« (Ein Vermächt- nis. Von Anselm Feuerbach (hg. von H. Feuerbach), München 1930, S.  278). In der von Kupper überarbeiteten, sich auf die originalen Aufzeichnungen Feuerbachs stützenden Version des Ver- mächtnisses (zit. Anm.  1) kommt diese Passage nicht mehr vor. Dennoch ist davon auszugehen, dass Henriette Feuerbach die Gründe für die Berufung ihres Stiefsohnes so schilderte, wie dieser sie ihr mündlich mitgeteilt haben wird. 51 Brief von Henriette Feuerbach an Julius Allgeyer, 01.12.1873 (Zentralarchiv, Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Berlin, Nachlass Feuerbach 085, abgedruckt in : Kupper, Feuerbachs ›Vermächtnis’ [zit. Anm.  1], S.  219) ; Brief von Henriette Feuerbach an Julius Allgeyer, 21.01.1874 (Zentralarchiv, Stif- tung Preußischer Kulturbesitz, Berlin, Nachlass Feuerbach 085, abgedruckt ebenda). 52 Brief von Henriette Feuerbach an Julius Allgeyer, 21.01.1874 (Zentralarchiv, Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Berlin, Nachlass Feuerbach 085, abgedruckt in : Kupper, Feuerbachs ›Vermächtnis‹ [zit. Anm.  1], S.  219). 53 F. Pecht, Deutsche Künstler des 19.  Jahrhunderts. Studien und Erinnerungen. Erste Reihe, Nörd- lingen 1877, S.  45 u. S.  268. 54 E. Springer, Geschichte und Kulturleben der Wiener Ringstraße (Die Wiener Ringstraße. Bild einer Epoche, Bd.  2), Wiesbaden 1979, S.  264 u. S.  266. Kupper geht davon aus, dass möglicher- weise auch die Verlegerfamilie Moritz und Rosa von Gerold für Feuerbach bei dem mit ihnen be- freundeten Kultusminister Karl von Stremayr vorgesprochen hat (Kupper, Diss. Feuerbachs ›Ver- Open Access © 2019 by BÖHLAU VERLAG GMBH & CO.KG, WIEN
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Rudolf Eitelberger von Edelberg Netzwerker der Kunstwelt
Titel
Rudolf Eitelberger von Edelberg
Untertitel
Netzwerker der Kunstwelt
Autoren
Julia Rüdiger
Eva Kernbauer
Kathrin Pokorny-Nagel
Raphael Rosenberg
Patrick Werkner
Tanja Jenni
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20925-6
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
562
Kategorie
Biographien
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Rudolf Eitelberger von Edelberg