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326 Hubert
D. Szemethy
Eitelberger stellte Fotos dieser Reise Benndorfs – vom Erdbeben auf Chios – im
Österreichischen Museum aus, Kisten mit während der Reisen getätigten Erwerbungen
wurden an ihn geschickt und im Museum sicher verwahrt. Nachdem die Trysa-Reliefs
in Wien eingetroffen waren, half Eitelberger, ihre Bedeutung in der Öffentlichkeit be-
kannt zu machen. Im Österreichischen Museum hielt Benndorf am 30. November 1882
seinen Aufsehen erregenden Vortrag, über den zahlreiche Zeitungen berichteten.41 Ei-
telberger vermittelte fortan Personen, die die lykischen Friese besichtigen wollten, und
setzte sich mit Benndorf und anderen für deren öffentliche Ausstellung und für einen
bescheidenen Neubau ein, »in dem das Monument selbst, nicht der moderne Architekt
die Hauptsache wäre«.42 Schließlich hätte man auch in Berlin für die pergamenischen
Funde auf der Museumsinsel ein eigenes Museum geplant.43
Aus dem Neubau für die Friese des Heroons von Trysa wurde nichts. Jahrzehntelang
waren die Objekte im Bilderdepot des Kunsthistorischen Museums ausgestellt. Und die
aktuelle Präsentation in der Antikensammlung offenbart das bis zum heutigen Tag an-
stehende Desiderat in der Wiener Museumswelt.
Weitere Inhalte der Korrespondenzen
Noch vieles andere mehr erfahren wir aus dem Briefwechsel zwischen Benndorf und
Eitelberger, worauf aus Platzgründen nicht näher eingegangen werden kann. Es geht
unter anderem um die Anfertigung von Gipsabgüssen, auch von Wandtafeln, die Benn-
2015, S.
117–148.
– Zur Bedeutung der Samothrake-Grabungen für die kunstwissenschaftliche Be-
wegung in Österreich siehe R. Eitelberger von Edelberg, Die Kunstbewegung in Oesterreich
seit der Pariser Weltausstellung im Jahre 1867, Wien 1878, S.
43–46.
41 Zu diesem Vortrag siehe H. D. Szemethy, Die österreichischen Trysa-Expeditionen im Bewußt-
sein der Öffentlichkeit des 19.
Jhs., in : Akten des 9.
Österreichischen Archäologentages am Institut
für Klassische Archäologie der Paris Lodron-Universität Salzburg, 6.–8.
Dezember 2001 (hg. von B.
Asamer/W. Wohlmayr), Wien 2003, S.
195–199, bes. S.
197 ; Szemethy, Erwerbungsgeschichte
(zit. Anm.
38), S.
180 f.
42 Brief Benndorfs [ohne Ort] an Eitelberger, ohne Datum (vermutlich Juni/Juli 1884) (WBR,
H.I.N. 20.211). Vgl. W. Oberleitner, Das Heroon von Trysa. Ein lykisches Fürstengrab des
4.
Jahrhunderts v. Chr., Mainz 1994, S.
62–67.
43 Benndorf war durch Kontakte mit Alexander Conze und Richard Schöne über derartige Pläne in-
formiert, und auch Eitelberger hatte sich durch eine Erkundungsreise über die Situation der Ber-
liner Museen ein klares Bild machen können, vgl. R. Eitelberger von Edelberg, Ein Ausflug
nach Berlin im Frühjahr 1882, Wien 1882.
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Rudolf Eitelberger von Edelberg
Netzwerker der Kunstwelt
- Titel
- Rudolf Eitelberger von Edelberg
- Untertitel
- Netzwerker der Kunstwelt
- Autoren
- Julia Rüdiger
- Eva Kernbauer
- Kathrin Pokorny-Nagel
- Raphael Rosenberg
- Patrick Werkner
- Tanja Jenni
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2019
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20925-6
- Abmessungen
- 17.0 x 24.0 cm
- Seiten
- 562
- Kategorie
- Biographien