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Rudolf von Eitelberger und der Archäologe Otto Benndorf 327
dorf für einen Zyklus öffentlicher Vorträge über griechische Tempel benötigte44 ; um
die von Benndorf gewünschte Einrichtung einer Kunstgewerbeschule in Prag, mit der
»von Seite des Staates der zweitgrößten Stadt ein größerer Antheil an der von Wien
ausgehenden österreichischen Kunstbewegung gegeben werde als bisher«45 ; um Be-
fürwortung und Unterstützung diverser Anträge Benndorfs im Ministerium, z. B. für
eine Bereisung von Dalmatien im Herbst 1878 oder für die Herstellung eines Mo-
dells der Nike von Samothrake, »welches nach Maßgabe aller erhaltenen Theile und
der lose erhaltenen Fragmente ergänzt wurde«46, im Atelier von Caspar von Zumbusch ;
um Schriftentausch, die Anfertigung von Zeichnungen und Publikationsgenehmigun-
gen von Objekten des Österreichischen Museums ; um die Gründung eines Museums für
Gipsabgüsse in Wien47 ; um Eitelbergers Teilnahme an den Feierlichkeiten anlässlich
der fünfzigjährigen Gründungsfeier des Archäologischen Instituts in Rom ; um Glück-
wünsche zu Geburtstagen und Auszeichnungen, zum Jahresbeginn, zur Genesung von
Krankheiten. Natürlich geht es auch um Universitäres : die Habilitation Franz Wick-
hoffs ; den Neubau der Wiener Universität ; um Moriz Thausing, dessen tragischen
Tod48, den nach Eitelbergers Ableben nicht weiter verfolgten Plan einer Gedenktafel für
Thausing im Arkadenhof der Universität, um dessen Nachfolge an der Universität ; auch
um Eitelbergers eigene Nachfolge.
44 Brief Eitelbergers aus Wien an Benndorf, 20.12.1873 (ÖNB, HAD : Autogr.
640/18-7) : »Ich freue
mich sehr, daß Sie öffentliche Vorlesungen über griech[ische] Tempel halten, u[nd] daß damit in
Prag der Anfang gemacht wird, für Kunstbildung im Großen zu sorgen.«
45 Brief Benndorfs aus Prag an Eitelberger, 13.11.1874 (WBR, H.I.N. 20.195 = Fortsetzung von
H.I.N. 20.243). Eitelberger versuchte jedoch, Benndorfs Reformeifer ein wenig zu bremsen, und
gab in seinem Antwortbrief aus Wien an Benndorf vom 15. November 1874 zu bedenken (ÖNB,
HAD : Autogr.
640/18-21) : »Ich meine nur man möchte sich hüten, eine Copie der Wiener Kunst-
gewerbeschule zu machen, man muß in Prag die Anforderungen herabstimmen. […] Wenn man
alles zugleich erreichen will, erreicht man nichts.«
46 Kopie eines Schreibens von Otto Benndorf aus Wien an Karl Ritter von Stremayr, 03.061879
(WBR, H.I.N. 20.317). Zu diesem Modell siehe A. Conze/A. Hauser/O. Benndorf, Neue ar-
chaeologische Untersuchungen auf Samothrake, Wien 1880, S.
57–59 mit Abb.
25a.
b.
47 Brief Benndorfs aus London an Eitelberger, 24.08.1884 (WBR, H.I.N. 20.311) : »Ich hoffe sehr,
daß unsere Pläne wegen eines Gipsmuseums im kommenden Winter eine bestimmtere Gestalt
annehmen. Es ist das geradezu eine Schicksalsfrage für den Professor und für die Professur der
Archäologie in Wien.«
48 Vgl. den berührenden Nachruf mit der Würdigung Thausings durch R. Eitelberger von Edel-
berg, Moriz Thausing, in : Wiener Zeitung, Nr.
197, 26.08.1884, S.
4–6.
Rudolf Eitelberger von Edelberg
Netzwerker der Kunstwelt
- Titel
- Rudolf Eitelberger von Edelberg
- Untertitel
- Netzwerker der Kunstwelt
- Autoren
- Julia Rüdiger
- Eva Kernbauer
- Kathrin Pokorny-Nagel
- Raphael Rosenberg
- Patrick Werkner
- Tanja Jenni
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2019
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20925-6
- Abmessungen
- 17.0 x 24.0 cm
- Seiten
- 562
- Kategorie
- Biographien